Transrapid-Gutachten Verdacht der Befangenheit wächst

Die Machbarkeitsstudie zum Metrorapid kommt nicht aus den Schlagzeilen. Bahnchef Hartmut Mehdorn und NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement haben offensichtlich vereinbart, dass die Gutachter auch bei der Planung und Realisierung des Regionalschwebezugs angemessen berücksichtigt werden.


Zweifel an der Objektivität der Gutachter mehren sich: Metrorapid
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Zweifel an der Objektivität der Gutachter mehren sich: Metrorapid

Düsseldorf - Der Sprecher des NWR-Verkehrsministeriums, Andreas Kersting, wollte die Existenz dieser Vereinbarung nicht bestätigen. Prinzipiell sei es aber durchaus möglich, dass die Unternehmen, die an der Machbarkeitsstudie beteiligt gewesen seien, am Ende auch den Auftrag erhielten: "Das ist selbst dann gerechtfertigt, wenn sie etwas teurer sind. Dafür sind sie dann besser." Trotzdem, so betonte der Ministeriumssprecher, müssten sich alle Beteiligten einem ordnungsgemäßen Vergabeverfahren unterziehen. Deshalb seien die Aufträge den betreffenden Firmen noch keineswegs sicher.

Die Kritiker dagegen sehen allein schon die Aussicht auf Folgeaufträge als entscheidendes Problem an. Lothar Ebbers von der Fahrgastorganisation Pro Bahn bezweifelt, dass die Gutachter unter diesen Umständen neutral geurteilt haben. Auch der NRW-Landtagsabgeordnete der Grünen, Peter Eichenseher, der selbst zu den Befürwortern des Metrorapid zählt, ist skeptisch: "Allein der Auftragsumfang der Planung bis zur Vergabe wird schon 260 Millionen Euro betragen. Bei diesen Dimensionen wird eine Firma schon sehr weit gehen, um den Folgeauftrag auch wirklich zu bekommen."

Die Machbarkeitsstudie war nach ihrer Veröffentlichung auf breite Skepsis gestoßen. Kritiker hatten bemängelt, dass etliche Faktoren, die der Wirtschaftlichkeitsrechnung zu Grunde liegen, zu optimistisch angesetzt worden seien.



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