Transrapid in China Deutsche Bahn soll bluten

Der Transrapid belastet offenbar weiter die Finanzen der Deutschen Bahn. Ihr soll Geld für das Projekt in Shanghai abgezogen werden.


Transrapid: Kostet die Bahn 200 Millionen Mark
DPA

Transrapid: Kostet die Bahn 200 Millionen Mark

München - Vor rund vier Wochen hatte das Transrapid-Konsortium mit der chinesischen Regierung einen Vertrag für den Bau einer 30 Kilometer langen Trasse in Shanghai unterschrieben. Bundesfinanzminister Hans Eichel kündigte an, das Projekt mit 200 Millionen Mark zu unterstützen.

Nun sieht es so aus, als ob der Bund das Geld der Bahn abzieht. Die Regierung in Berlin hatte dem ehemaligen Staatsunternehmen in diesem Jahr 8,7 Milliarden Mark zugesagt, um das Schienennetz zu sanieren. Bahn-Finanzchef Diethelm Sack habe die Verkehrsminister der Länder bei einem Treffen damit überrascht, dass dieser Etat um 200 Millionen Mark gekürzt worden sei, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das Bundesfinanzministerium bestätigte die Kürzungen von 8,7 Milliarden Mark auf 8,5 Milliarden Mark.

In dem Zeitungsbericht heißt es, der Bund habe entschieden, 100 Millionen Mark direkt an das Industriekonsortium und den gleichen Anteil an mehrere mittelständische Unternehmen zu zahlen, die an dem Transrapid-Bau in China beteiligt sind. Die Bundesregierung habe nur vage Zusagen gemacht, die 200 Millionen Mark später der Bahn wieder zur Verfügung zu stellen.

Nun wird befürchtet, dass die Kürzungen zu Lasten der Nebenstrecken in Deutschland gehe. Der Bundeszuschuss reiche nur für die Sanierung der Hauptstrecken, heißt es in dem Bericht. Sollte nicht mehr Geld in die Bahnkassen fließen, sei langfristig die Stilllegung vieler Nebenstrecken unausweichlich. Doch Bahn-Chef Hartmut Mehdorn konnte sich nach dem Bericht bei Eichel nicht mit der Forderung durchsetzen, langfristig neun Milliarden Mark im Jahr für das gesamte Schienennetz zu erhalten.



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