Transrapid München Bund verspricht großzügige Stütze

Das Prestigeprojekt Transrapid kommt in Fahrt: Verkehrsminister Tiefensee hat dem Land Bayern zugesichert, bis zu 925 Millionen Euro aus Steuergeldern bereitzustellen. Die Opposition fürchtet indes, dass die Magnetschwebebahn in München viel teurer wird als geplant.


München - Im Ringen um die Finanzierung der geplanten Magnetschwebebahn in München haben sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) heute auf die Verteilung von 75 Prozent der angepeilten Baukosten auf Bund und Länder verständigt. Wie Huber erklärte, stockt der Bund die ursprünglich genannte Summe von 550 Millionen Euro auf 925 Millionen Euro als maximale Obergrenze auf. Bayern will statt bisher 470 Millionen nun 475 Millionen Euro übernehmen. Wie Huber weiter erklärte, werden die Deutsche Bahn AG und der Flughafen München zusammen weitere 285 Millionen Euro der voraussichtlichen Investitionskosten tragen

Insgesamt wird das Projekt derzeit mit Baukosten von 1,85 Milliarden Euro berechnet. Die noch offene Lücke von 165 Millionen Euro sollen die Europäische Union, die Bahn, der Flughafen München und die Industrie schließen. Die entsprechenden Verhandlungen sollten jetzt gestartet werden. Huber erklärte, er sei sehr zufrieden mit dem Verhandlungsfortschritt. "Der Transrapid ist damit in der Realisierung entscheidend vorangekommen."

Die bayerische SPD zweifelte die genannte Finanzierungslücke an und sprach von bis zu 300 Millionen Euro, die nicht gedeckt seien. Der Landtagsfraktionschef Franz Maget sagte, Huber sollte das Projekt "endgültig beenden". Auch die Landtags-Grünen sprachen davon, dass das Projekt sogar eine Milliarde Euro teurer werden könne.

Der Transrapid soll vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt fahren. Bisher fährt die Magnet-Bahn in Deutschland lediglich auf einer Teststrecke im Emsland. Kommerziell im Einsatz ist der Transrapid nur in China, wo er zwischen dem Flughafen von Schanghai und der Innenstadt der Metropole verkehrt.

reh/AFP/AP/dpa



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