Transrapid "Nur in China zu verwirklichen"

Der Erfolg des Transrapids in China weckt auch in Europa neue Begehrlichkeiten. Experten geben ihm in naher Zukunft aber keine Chance.


Transrapid-Fans demonstrieren für ihren Zug
AP

Transrapid-Fans demonstrieren für ihren Zug

Hamburg - Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wird es nach Ansicht des Münchener Verkehrsexperten Martin Vieregg in Deutschland keine Transrapid-Strecke geben. Zwar lasse sich in dieser Zeit eine Strecke bauen, aber die Planung und juristische Absicherung eines größeren Verkehrsprojektes dauere in der Regel deutlich länger. "Das ist nur in China zu verwirklichen, weil die Bürger keine vergleichbaren Einspruchsrechte haben", sagte der Münchener Verkehrsplaner am Montag in Hamburg. In der Hansestadt treffen sich am Dienstag Experten aus ganz Europa, um über den Stand verschiedener Transrapid-Projekte zu beraten.

Der Betriebsrat der Transrapid-Firma ThyssenKrupp hatte am Freitag an die Bundesregierung appelliert, bis zur Fußball-WM 2006 eine Transrapid-Strecke in Deutschland zu realisieren. Auch NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hofft auf eine Rhein-Ruhr-Verbindung bis zu diesem Zeitpunkt. Eine Machbarkeitsstudie ist bereits in Arbeit. Betriebswirtschaftlich hält Vieregg eine kurze innerdeutsche Strecke mit sehr hohem Passagieraufkommen durchaus für rentabel.

Die Verbindung der großen Metropolen in Mittel- und Osteuropa mit der Magnetschwebebahn Transrapid ist nach Ansicht kritischer Verkehrsexperten dagegen nicht realistisch. "Das Grundproblem der Transrapid-Technik sind die Kosten", sagte Vieregg. "Der Fahrweg des Transrapid ist extrem teuer, und die Investitionen lohnen sich allenfalls auf kurzen Strecken mit sehr hohem Passagieraufkommen."





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