Transrapid Shanghai kommt auf den Geschmack

Die Blütenträume der Transrapid-Bauer sind längst Vergangenheit. Doch jetzt steht das Konsortium womöglich vor dem größten Abschluss seiner Geschichte. Die Entscheidung über eine Verbindung von Shanghai bis in die Nachbarstadt Hangzhou steht unmittelbar bevor.


Berlin - "Die Zeichen stehen auf grün, dass die Strecke gebaut wird", sagte Alfred Wewers, Chef von ThyssenKrupp China, der "Financial Times Deutschland". Allein der Zeitplan gebiete eine schnelle Entscheidung. "Wenn das Projekt bis zur Weltausstellung 2010 fertig sein soll, muss spätestens Anfang 2006 mit dem Bau begonnen werden."

Transrapid China: Zeitplan gebietet eine schnelle Entscheidung
DPA

Transrapid China: Zeitplan gebietet eine schnelle Entscheidung

Diese zweite Strecke in China soll mit etwa 160 Kilometer deutlich länger sein als die Trasse vom internationalen Flughafen Pudong nach Shanghai, die 30 Kilometer beträgt. Für den Bau des Fahrweges hat China eine Kostengrenze von 20 Millionen Euro pro Kilometer vorgegeben.

Vertreter des deutschen Konsortiums TRI, in dem sich ThyssenKrupp und Siemens zusammengeschlossen haben, werden nach dem "FTD"-Bericht kommende Woche zu Verhandlungen nach Shanghai reisen. Am Rande der internationalen Stahlkonferenz in Seoul bestätigte Wewers, dass ThyssenKrupp im Rahmen von Lizenzverträgen auch Zeichnungen und technische Unterlagen abgeben müsse. Die Gefahr, dass die Chinesen die Unterlagen für den Know-how-Transfer nutzen könnten, hält Wewers für gering. Ohne Detailkenntnisse in der Schwebe- und Führungstechnologie seien die Chinesen nicht imstande, allein Magnetbahnen zu bauen.

Zugleich kündigte Wewers an, den Gesamtumsatz des Konzerns in Asien bis 2010 kräftig zu steigern. Nach 1,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2003/2004 "werden wir im Jahr 2010 in Asien fünf Milliarden Euro umsetzen, 80 Prozent davon in China".



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