Transrapid Strecke Schanghai-Peking vor dem Aus

Ein Hoffnungsprojekt der deutschen Wirtschaft, die Transrapid-Strecke zwischen Peking und Schanghai, wird möglicherweise doch nicht gebaut. Der chinesische Parlamentspräsident Li Peng favorisiert anscheinend einen japanischen Konkurrenzzug - der ganz altmodisch auf Schienen fährt.


Transrapid vor Schanghai (Fotomontage): Angeblich zu teuer und zu anfällig
DDP

Transrapid vor Schanghai (Fotomontage): Angeblich zu teuer und zu anfällig

Peking - Statt des Transrapids solle aus Kostengründen der japanische Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen die beiden Städte verbinden, berichtet die "Wirtschaftswoche" in ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Ein Thyssen-Sprecher wies den Bericht als falsch zurück.

Wie das Wirtschaftsmagazin berichtet, sagte Parlamentspräsident Li Peng am Dienstag bei einem Treffen mit der japanischen Transportministerin Chikage Ogi: "Ich halte die Schienenlösung für geeigneter." Damit hätte sich zum ersten Mal ein Mitglied der chinesischen Führung öffentlich für den Bau des japanischen Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen ausgesprochen.

Chinesische Experten halten dem Bericht zufolge den Transrapid, der von ThyssenKrupp und Siemens gebaut wird, für zu teuer und zu anfällig auf der 1300 Kilometer langen Strecke zwischen Peking und Schanghai.

Der Thyssen-Sprecher sagte dagegen, es gebe bislang überhaupt keine konkreten Baupläne. "China will in den nächsten 30 Jahren ein 8500 Kilometer langes Hochgeschwindigkeitsnetz aufbauen. Die Entscheidung über den Bau von Teilstrecken fällt voraussichtlich erst im nächsten Jahr", erklärte der Sprecher.

Zurzeit wird mit deutscher Beteiligung die 30 Kilometer lange Verbindung zwischen Schanghai und dem Flughafen Pudong gebaut. Dort soll der Transrapid zum Jahresende schweben. Bewährt sich der Zug, so die Hoffnung deutscher Unternehmen, würden sie auch den Zuschlag für weitere Streckenabschnitte in China rhalten.

Die Meldung über das Aus für den Großauftrag kommt jedoch nicht völlig überraschend. In den letzten vier Wochen haben chinesische Medien oft über angebliche Verhandlungen der Chinesen über einen möglichen Einsatz des japanischen Shinkansen-Schnellzugs auf der Strecke zwischen Schanghai und Peking berichtet.



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