Trotz Coronakrise Trend zur eigenen Immobilie verstärkt sich

Kurzarbeit, Corona-bedingte Ausfälle in vielen Branchen, Existenzsorgen – alles offenbar keine Gründe, sich kein Eigenheim zu kaufen. Die Bausparkassen melden hohes Wachstum bei Immobilienfinanzierungen.
Neubauwohnungen in Berlin (Archiv): Trend zum Eigenheim auch in der Coronakrise ungebrochen

Neubauwohnungen in Berlin (Archiv): Trend zum Eigenheim auch in der Coronakrise ungebrochen

Foto: Lothar Ferstl / dpa

Die Coronakrise hat viele Menschen in Existenzsorgen gestürzt – doch der Trend zum teuren Eigenheim hat sich trotzdem weiter verstärkt. Die Baubranche beziffert das Plus beim Wohnungsbau dieses Jahr bundesweit auf vier Prozent, und die Bausparkassen verzeichnen besonders viele Anfragen nach Baufinanzierungen. Gestützt von einer erneut gewachsenen Nachfrage nach Wohneigentum und niedrigen Zinsen, melden sowohl der private als auch der öffentlich-rechtliche Sektor in diesem Bereich deutliche Zuwächse, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Der Chef des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Bernd Hertweck, sagte demnach, er erwarte bei den ausgezahlten Baugeldern zum Jahresende für die von ihm vertretenen Häuser ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2019. Damit dürfte die Marke von rund 30 Milliarden Euro geknackt werden.

Bei der Baufinanzierung repräsentieren die privaten Institute rund drei Viertel des Marktes. Den Rest teilen sich die öffentlich-rechtlichen Landesbausparkassen, die dieses Jahr in Summe ebenfalls mit einem Zuwachs von etwa 15 Prozent rechnen. 2019 hatten die Landesbausparkassen ihren Kunden insgesamt 10,8 Milliarden Euro an Baufinanzierungsgeldern ausgeschüttet.

Die neuen Zahlen stützten die These, dass die Menschen in Krisenzeiten trotz Existenzsorgen stärker denn je auf Wohneigentum setzen. So vermeldet die Baubranche für den Wohnungsbau – im Gegensatz zu anderen Segmenten – ein Umsatzwachstum. Während die Bereitschaft von Industriekonzernen und Dienstleistungsbetrieben zu Investitionen in Bauprojekte schwinde, sieht es demnach beim Wohnungsbau ganz anders aus.

Und die Branche erwartet, dass es so weitergeht: Die Bauindustrie rechnet für 2021 im Bereich Wohnungsbau mit einem weiteren Umsatzplus von drei Prozent auf dann 52,6 Milliarden Euro.

nck/dpa
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