Trendwende Euro stabilisiert sich über 85 US-Cent

Mit dem Euro geht es wieder aufwärts. Erste Signale eines langsameren Wachstums in den USA und neue Äußerungen zu möglichen Interventionen helfen der Gemeinschaftswährung.


Frankfurt am Main - Die Interventionsspekulationen waren am Dienstag durch Äußerungen von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke und US-Finanzminister Lawrence Summers ausgelöst worden.

Welteke hatte gesagt, die Europäische Zentralbank (EZB) sei bereit zu intervenieren, wenn dies erforderlich sei. Auch Summers sprach offen davon, dass Interventionen zu bestimmten Zeiten angemessen wären. Am Markt seien die Äußerungen als Signal für mögliche Interventionen verstanden worden, hieß es im Handel. Der feiertagsbedingt ausgedünnte Markt biete ideale Bedingungen für einen Eingriff der Notenbanken. Die beste Chance, den Kurs einer Währung nach oben zu drücken, bestehe bei geringen Umsätzen, wenn der Kurs bereits anzieht, sagten Händler.

Die EZB setzte den Referenzkurs auf 0,8554 Dollar fest und lag damit mehr als einen Cent über dem Vortageskurs, der bei 0,8417 Dollar gelegen hatte. Der Dollar kostete damit 2,2865 Mark.

Ein erstes Signal für ein schwächeres Wachstum in den USA war der am Vortag veröffentlichte Index der Chicagoer Einkaufsmanager. Dieser zeigte, dass die Geschäftstätigkeit der Händler weit stärker zurückgegangen ist, als von Analysten erwartet. Außerdem ist das Verbrauchervertrauen auf den schwächsten Stand seit einem Jahr gefallen, die Konsumenten sind sich also immer unsicherer, ob die Verbraucherpreise in den USA niedrig bleiben.

Francesca Fornasari, Devisenexpertin bei Lehman Brothers in London, sagte: "Die Daten haben eine gute Chance auf eine recht rasche Verlangsamung in der US-Wirtschaft bestätigt. Es besteht jetzt eine unverkennbare Chance, dass das Wachstum in den USA hinter das in Europa zurückgefallen ist, was Anlagen in der Euro-Zone im Vergleich attraktiver macht".

Zusätzliche Aufschlüsse über die amerikanische Konjunktur könnte nach Einschätzung von Händlern auch das Beige Book liefern, das die US-Notenbank am Mittwochabend veröffentlicht. Darin gibt die Notebank einen Überblick über die konjunkturelle Entwicklung der vergangenen sechs Wochen.



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