Tropical Islands Sommer-Quartal bringt Umsatzminus

Die Regendwald-Halle Tropical Islands hat im Sommerquartal noch weniger eingenommen als in den drei Monaten davor. Das Projekt hat die ganze Freizeitsparte des malaysischen Mutterkonzerns in die roten Zahlen gezogen.

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Hamburg - Im Geschäftsquartal von Mai bis Juli kam Tropical Islands auf einen Umsatz von 22 Millionen malaysischen Ringgitt, wie nun in Kuala Lumpur veröffentlichte Quartalszahlen des Mutterkonzerns Tanjong zeigen. Umgerechnet entspricht die Umsatzsumme nur rund 4,85 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorquartal (Februar bis April) sind die Einnahmen in der Brandenburger Tropenhalle damit deutlich gesunken - damals lagen die Umsätze noch bei immerhin 7,05 Millionen Euro.

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Tropical Islands hatte bereits bestätigt, dass in der warmen Jahreszeit im Tagesschnitt weniger Besucher gekommen waren als in den ersten Monaten nach der Eröffnung im Dezember.

Aktuelle Verlustzahlen für Tropical Islands wies Tanjong nicht mehr gesondert aus. Der Konzern teilte aber mit, seine gesamte Freizeitsparte, zu der die deutsche Tochterfirma zählt, habe im Halbjahr einen Betriebsverlust von umgerechnet gut sieben Millionen Euro verbucht.

Gründe dafür seien unter anderem "unerwartet niedrige Besucherzahlen und Umsätze" bei Tropical Islands. Zur Freizeitsparte bei Tanjong gehört noch eine Kinokette, die aber zuletzt immer profitabel gearbeitet hatte. Die Malaysier erwarten, dass die Spartenverluste im laufenden Halbjahr bis Januar 2006 nur geringfügig zurückgehen werden.

Analyse sieht auch 2007 noch rote Zahlen

Islands-Sprecherin Kathrin Schaffner teilte gegenüber SPIEGEL ONLINE mit, die Anfangsverluste seien einkalkuliert und "bei einem Unternehmen dieser Größenordnung in der Startphase völlig normal". Tanjong glaube an das Konzept von Tropical Islands und stehe "langfristig und komplett hinter uns", sagte sie.

Colin Au, der inzwischen aus dem Management ausgeschiedene Initiator des Tropenprojekts, hatte ursprünglich schon für 2005 schwarze Zahlen in Aussicht gestellt. Nun ist der deutsche Ableger zu einer Belastung für den insgesamt profitablen Tanjong-Konzern geworden, der sein Geld unter anderem mit Kraftwerken und einer Pferdewetten-Sparte verdient.

Das Analystenhaus Mayban etwa prognostiziert in einer aktuellen Einschätzung, dass Tropical Islands im Finanzjahr 2006 immer noch rund 13,6 Millionen Euro verlieren und auch 2007 rote Zahlen schreiben wird.

Das widerspricht optimistischeren Ankündigungen des künftigen Tropical-Chefs Ole Bested Hensing, der sein Amt offiziell Anfang November antreten wird. Der 41-jährige gebürtige Däne hat geäußert, Tropical Islands werde 2007 erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis schaffen.

Das Freizeit-Unternehmen in Brand beschäftigte zuletzt 582 Mitarbeiter. Hensing teilte mit, für den Betrieb seien mindestens 500 nötig - es dürfte also noch Potential für Stellenabbau geben.



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