Trotz Abschwung Gewerkschaften halten an hohen Lohnforderungen fest

Rezession, Auftragsrückgang, Kurzarbeit - der deutschen Wirtschaft stehen harte Monate bevor. Die Gewerkschaften Ver.di und Transnet gehen dennoch mit hohen Lohnforderungen in die anstehende Tarifrunde. Auch ein Streik scheint nicht ausgeschlossen.


Berlin - Ver.di-Verhandlungsführer Achim Meerkamp lehnte in der "Bild"-Zeitung niedrigere Tarifansprüche für die rund 700.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst ab. "Es bleibt ohne Frage bei der Acht-Prozent-Forderung", sagte er.

Ver.di-Streik (bei der Lufthansa): Öffentlicher Dienst rüstet sich für Tarifrunde
DDP

Ver.di-Streik (bei der Lufthansa): Öffentlicher Dienst rüstet sich für Tarifrunde

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder bräuchten dringend mehr Geld, erklärte Meerkamp. Er begründete die Forderung unter anderem mit einem drohenden Fachkräftemangel in mehreren Berufsgruppen wie etwa der Polizei.

"Der öffentliche Dienst muss konkurrenzfähige Löhne zahlen", forderte der Gewerkschafter. Schon jetzt fehlen demnach in einigen Bereichen Fachkräfte. Er erklärte, die Arbeitgeber hätten wegen der Krise ein großes Interesse an einer schnellen Tarifrunde. Die Verhandlungen im öffentlichen Dienst beginnen am 19. Januar.

Der Zeitung zufolge will auch die Gewerkschaft Transnet in der am 14. Januar startenden Tarifrunde bei der Deutschen Bahn an ihrer bisherigen Forderung nach zehn Prozent mehr Lohn festhalten. "Die Bahn macht Rekordgewinne", sagte ein Gewerkschaftsvertreter dem Blatt. Die Beschäftigten wollten daran ihren Anteil.

Deshalb sei die Zehn-Prozent-Forderung berechtigt, hieß es weiter. Gleichzeitig solle es Verbesserungen bei den Arbeitszeiten geben. Auch ein Arbeitskampf sei trotz der Krise nicht ausgeschlossen.

suc/AFP



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