Trotz Autokrise Opel steigert Absatz um 60 Prozent

Die Zukunft des Unternehmens ist völlig ungewiss - doch die Kunden halten Opel die Treue. Im ersten Quartal konnte der Autohersteller seinen Absatz um 60 Prozent erhöhen. Der Kommentar von Vertriebschef Klaus: "Wir machen nicht nur Schlagzeilen, sondern bauen auch gute Autos."


Leipzig - Die GM-Tochter Opel hat im ersten Quartal 60 Prozent mehr Autos verkauft als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Bundesweit seien 120.000 Fahrzeuge verkauft worden, sagte der neue Opel-Vertriebschef, Michael Klaus, am Freitag auf der Leipziger Automesse AMI. Dies sei das stärkste erste Quartal seit zehn Jahren. "Wir machen nicht nur Schlagzeilen, sondern bauen auch gute Autos und verkaufen sie."

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Opel habe nicht nur langjährig treue Kunden behalten, sondern auch neue gewinnen können, fügte der Manager hinzu. Mit ein Grund für die guten Zahlen sei die Abwrackprämie aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Besonders der als Auto des Jahres ausgezeichnete Opel Insigna werde stärker nachgefragt als erwartet. Allein in Deutschland seien davon bereits 18.000 Fahrzeuge verkauft worden, sagte Klaus. Europaweit seien es 80.000 gewesen. "Uns freut, dass das Fahrzeug uns auch Kunden von Premium-Marken einbringt."

Absatzzuwächse soll auch der Opel Zafira mit Erdgas-Turbo bringen. "Hier sind wir den Kundenwünschen nachgekommen und haben den umweltfreundlichen und günstigen Antrieb mit mehr Leistung ausgestattet." Inzwischen habe Opel in Deutschland mehr als 60.000 Erdgas-Autos verkauft.

Die guten Absatzzahlen könnten womöglich die Suche nach einem Investor erleichtern, die eingeweihten Kreisen zufolge die Commerzbank Chart zeigen übernehmen soll. Opel und die Bank lehnten eine Stellungnahme ab. Zuvor hatte bereits die "Financial Times" berichtet, die Commerzbank stehe kurz davor, ein entsprechendes Mandat der Opel-Muttergesellschaft GM zu bekommen. Bislang war die Bank Zeitungsberichten zufolge gemeinsam mit der Deutschen Bank als Teil des vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch vorgeschlagenen Rettungskonzepts als möglicher Kreditgeber für Opel im Gespräch.

Von der Abwrackprämie profitiert allerdings nicht allein Opel. Auch Volkswagen zeigte sich angesichts der angekündigten Verlängerung der Abwrackprämie zuversichtlich, dass die Nachfrage anhalte. Das Unternehmen setzt auf seinen neuen Polo, der ab Juni beim Händler stehen wird. Schon jetzt laufe die Vorbestellung sehr gut, sagte der VW-Ost-Vertriebschef, Thorsten Bradler.

Trotz Krise habe VW das Jahr 2008 mit weltweit 3,7 Millionen verkauften Autos gut abgeschlossen. Derzeit wirke sich die Abwrackprämie positiv aus. Volkswagen feierte in Leipzig auch die Weltpremiere des sportlichen Diesels Golf GTD. Für Anfang 2010 kündigte VW einen 3,3-Liter Polo an.

wal/dpa-AFX/Reuters



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