Trotz Finanzkrise China steigert seine Devisenreserven

Die chinesische Staatsführung gibt sich trotz der weltweiten Krise optimistisch. Ministerpräsident Wen spricht von "positiven Signalen" aus der Wirtschaft, laut Zentralbank ist das Devisenvermögen der Volksrepublik erneut gestiegen. Deutlich schlechter sieht es allerdings bei den Exporten aus.


Peking - Die chinesischen Währungsreserven sind trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter gestiegen. Wie die Zentralbank am Samstag mitteilte, wuchs das Devisenvermögen bis Ende März auf 1,954 Billionen Dollar. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Allerdings hat sich der Zuwachs im ersten Quartal verlangsamt und betrug nur noch 7,7 Milliarden Dollar. Das sind 146,2 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahreszeitraum.

China hat in den vergangenen Jahren dank seines Wirtschaftsbooms und seiner starken Exportleistung die größten Währungsreserven der Welt angesammelt. Finanzmarktbeobachter schätzen, dass 70 Prozent der chinesischen Devisenreserven in Dollar angelegt sind. Darunter sind auch amerikanische Staatschuldverschreibungen.

Aus Sorge um die Sicherheit ihrer in US-Staatsanleihen angelegten Währungsreserven hatte die chinesische Regierung vor dem Londoner Weltfinanzgipfel öffentlich einen stabilen Dollar gefordert. Als Alternative hatte Peking die Idee einer neuen weltweiten Leitwährung ins Gespräch gebracht und damit die USA als führende Finanzmacht herausgefordert.

Ministerpräsident Wen Jiabao sieht die wirtschaftliche Lage Chinas optimistisch, die Situation sei besser als erwartet. Es gebe einige positive Signale, sagte Wen am Samstag am Rande des Asean-Gipfels im thailändischen Pattaya. Die Wirtschaft stehe vor einigen weiteren sehr großen Herausforderungen. Die Regierung habe aber rechtzeitig angemessene Maßnahmen ergriffen, um der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt durch die globale Krise zu helfen.

Nach Angaben Wens hat die Industrieproduktion in China im März um 8,3 Prozent zugelegt. In den ersten beiden Monaten des Jahres fiel der Zuwachs deutlich geringer aus. Von Reuters befragte Analysten hatten für März lediglich einen Anstieg von sechs Prozent erwartet. Offiziell sollen die Zahlen zur Industrieproduktion ebenso wie die zum Wachstum im ersten Quartal Mitte April vorgelegt werden.

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Maßnahmen der Regierung zur Belebung der Wirtschaft greifen, ist die Vergabe von Krediten, die im März einen neuen Rekordstand erreichte. Die Banken genehmigten Neukredite in lokaler Währung im Volumen von 1,89 Billionen Yuan (276,6 Milliarden Dollar). Nach Angaben Wens hat die Binnennachfrage im März ein "stabiles Wachstum" sowohl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als auch zum Jahresanfang verzeichnet.

Schlechter sieht es allerdings beim Export aus - er fiel den fünften Monat in Folge. Im März sanken die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,1 Prozent. Die Importe gingen um 25,1 Prozent zurück. Chinas Handelsüberschuss belief sich im März auf 18,56 Milliarden Dollar.

Immerhin: China ist die einzige der fünf größten Volkswirtschaften der Welt, die immer noch wächst.

wal/AP/ddp/Reuters



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