Trotz Konjunkturflaute und Inflation Arbeitskräfte in Deutschland gesucht wie nie

Die Teuerung hoch, die Wirtschaft schwach – und trotzdem suchen die Unternehmen in Deutschland immer mehr Beschäftigte: Der Stellenindex der Arbeitsagentur erreicht einen Rekordwert.
Trotz Coronaeinschränkungen: Mitarbeitende im Gastgewerbe sind besonders gefragt

Trotz Coronaeinschränkungen: Mitarbeitende im Gastgewerbe sind besonders gefragt

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Christoph Schmidt / dpa

Trotz steigender Coronafallzahlen suchen Unternehmen in Deutschland nach immer mehr neuen Beschäftigten. Im Januar erreichte der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit 135 Punkten einen neuen Höchststand, wie die Behörde mitteilte . Im Vormonatsvergleich legte der Index (BA-X) um drei Punkte zu und erreichte damit den höchsten Stand seit seiner Einführung im Jahr 2005.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat war der Index im Januar des neuen Jahres 37 Punkte im Plus. Auch im Vergleich zum März 2020, also dem letzten Berichtsmonat vor Beginn der Coronaeinschränkungen, lag der Indikator um 21 Punkte höher. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften war den Angaben zufolge branchenübergreifend groß: Im Vergleich zu Januar 2021 stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften in allen Bereichen im mindestens zweistelligen Prozentbereich.

Deutliches Plus im Gastgewerbe und im verarbeitenden Gewerbe

Am deutlichsten fiel das Plus im Vorjahresvergleich jedoch im Gastgewerbe aus – sowie bei qualifizierten Unternehmensdienstleistungen und im verarbeitenden Gewerbe. Auch in der Land- und Forstwirtschaft, bei Verkehr und Logistik, im Handel sowie bei Information und Kommunikation nahm die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vorjahresvergleich um etwas mehr als die Hälfte zu.

Auch auf längere Sicht entwickelt sich die Lage am Arbeitsmarkt für Arbeitssuchende positiv: Im Vergleich zum Januar 2020, also vor Beginn der Pandemie in Deutschland, gab es demnach in fast allen Branchen »ein zum Teil deutliches Plus«, erklärte die BA. Ausnahmen waren hier der Bergbau sowie die Energie- und Wasserversorgung.

Der BA-X wird monatlich veröffentlicht. Der saison- und kalenderbereinigte Indikator bildet die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt unabhängig von jahreszeitlichen Einflüssen ab und spiegelt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.

Knapp ein Viertel der ausgeschriebenen Stellen gingen laut BA auf Zeitarbeitsunternehmen zurück. Auf den Handel entfielen demnach weitere zwölf Prozent der ausgeschriebenen Stellen. Im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen waren jeweils elf Prozent der offenen Stellen ausgeschrieben. Von qualifizierten Unternehmensdienstleistern stammten zehn Prozent der Ausschreibungen, von der Baubranche weitere sieben Prozent.

sol/AFP