Trotz Krise Daimler erhöht Pkw-Preise

Es ist nicht die beste Zeit, um Autos zu verkaufen - doch das schreckt Daimler nicht. Der schwäbische Autohersteller will trotz der dramatischen Absatzkrise auf den Automärkten die Preise für seinen Pkw erhöhen. Die Händler sind irritiert.


Stuttgart - Schon ab Januar sollen die neuen Preise gelten - obwohl es den Händlern schon jetzt schwer fällt, ihre Modelle loszukriegen: Trotz der deutlichen Absatzkrise auf den Automärkten erhöht der Autobauer Daimler die Preise für seine Pkw. Wagen der Kernmarke Mercedes-Benz sollen dann 1,9 Prozent mehr kosten, sagte ein Daimler-Sprecher am Montag in Stuttgart und bestätigte einen Bericht der Fachzeitschrift "Automobilwoche". Die Preise für den Kleinwagen Smart sollen um 2,17 Prozent steigen. Grund für die Erhöhungen seien "inflatorische Anpassungen", sagte der Sprecher.

Mercedes-Autohaus in München: Absatz auf Talfahrt
AP

Mercedes-Autohaus in München: Absatz auf Talfahrt

Händler reagierten auf diese Maßnahme "äußerst irritiert", berichtet die "Automobilwoche" weiter. "Angesichts der Marktlage ist fraglich, ob dies der geeignete Schritt ist", zitiert die Zeitschrift einen Händler. Daimler Chart zeigen verlangt dem Bericht zufolge im Vergleich zu den konkurrierenden Premiumherstellern BMW Chart zeigen und Audi Chart zeigen die höchsten Preise. Ob es angesichts der aktuellen Krise Überlegungen gegeben habe, vorerst auf Preiserhöhungen zu verzichten, wollte der Daimler-Sprecher nicht sagen.

Der Pkw-Absatz bei Daimler ist seit Monaten ungebremst auf Talfahrt. Zuletzt brach die Zahl der verkauften Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, AMG, Smart und Maybach im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um ein Viertel auf 84.500 Fahrzeuge ein. Alleine bei der Kernmarke Mercedes-Benz mussten die Stuttgarter einen Absatzeinbruch um 28 Prozent auf 74.400 Wagen verkraften. Und sogar beim Smart, der zuletzt noch zugelegt hatte, ging es um 1,2 Prozent auf 10.100 verkaufte Fahrzeuge abwärts.

Das ursprüngliche Ziel, den Vorjahreswert von 1,3 Millionen abgesetzten Pkw zu übertreffen, hat Konzernchef Dieter Zetsche längst aufgegeben. Wegen der schweren Krise auf den Automobilmärkten hatte Daimler bereits angekündigt, von Januar bis Ende März mehrere zehntausend Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.

sam/dpa



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