Trotz Neonazi-Vorwürfen KarstadtQuelle hält doch an Lonsdale fest

KarstadtQuelle will auch weiterhin Kleidung der Marke Lonsdale verkaufen, die bei Rechtsextremen beliebt ist. Eine gerade erst erfolgte Entscheidung der Versand-Tochter Quelle, Lonsdale auszusortieren, wurde damit über den Haufen geworfen.


Essen – Der Konzern habe "nach reiflicher Überlegung" entschieden, Lonsdale weiter zu führen, sagte Sprecher Jörg Howe in Essen. Damit macht das Unternehmen eine Entscheidung der Quelle-Geschäftsführung rückgängig, die Lonsdale nach Beschwerden der SPD-Jugendorganisation Jusos aus dem Programm nehmen wollte. Londsdale ist bei Neonazis beliebt, da die Marke auf ihren großen Brustlogos die Buchstaben NSDA wie in NSDAP enthält.

Lonsdale-Angebot bei Quelle: Jusos freuen sich zu früh
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Lonsdale-Angebot bei Quelle: Jusos freuen sich zu früh

KarstadtQuelle Chart zeigen habe sich davon überzeugt, dass sich der deutsche Vertriebshändler der Marke, die Firma Punch in Neuss, "eindeutig mit entsprechenden Aktionen in der Vergangenheit von der rechten Szene distanziert hat und dies auch zukünftig machen wird", erklärte Howe. Lonsdale-Kleidung bleibt damit im Sortiment der Versandmarken Quelle und Neckermann sowie der Karstadt-Warenhäuser.

Der Geschäftsführer der Quelle GmbH, Michael Badke, ist unterdessen entlassen worden – vermutlich, weil die Sanierung der Versandtochter nicht genügend Fortschritte macht. Howe bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Badke, der seit 2001 dem Vorstand des Unternehmens angehörte, sei mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden. KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff will am Montag in Düsseldorf die Bilanz des Konzerns für das abgelaufene Jahr vorlegen und dabei auch über den Fortgang der Restrukturierung berichten.

itz/AFP/dpa-AFX



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