Trotz Pandemie Rekordumsatz mit Fairtrade-Produkten

Die Verbraucher legen zunehmend Wert auf Produkte, die unter fairen Bedingungen erzeugt werden. Im vergangenen Jahr gaben sie dafür so viel Geld aus wie noch nie – nicht nur für Lebensmittel.
Fair gehandelte Schokolade: Absatzplus von sieben Prozent

Fair gehandelte Schokolade: Absatzplus von sieben Prozent

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Der Umsatz fair gehandelter Produkte in Deutschland ist trotz der Coronapandemie im vergangenen Jahr auf Rekordniveau gestiegen. Rund 2,1 Milliarden Euro gaben die Verbraucher für Waren mit dem »Fairtrade«-Siegel aus, ein Plus von neun Prozent, gab der Verein Fairtrade Deutschland bekannt.

Im Jahr 2020 war der Umsatz erstmals seit 20 Jahren zurückgegangen. Der Fairtrade-Vorstandsvorsitzende Dieter Overath wertete die jüngste Entwicklung als »starkes Zeichen in schwierigen Zeiten«.

Der Absatz von fair gehandeltem Kaffee ist dabei im Jahr 2021 mit gut 24.000 Tonnen auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Der Marktanteil liege in Deutschland bei fünf Prozent, sagte Overath. Bei Kakao stieg der Absatz um sieben Prozent auf knapp 82.000 Tonnen, bei Bananen ist er dagegen um drei Prozent auf gut 108.000 Tonnen gesunken. Overath kritisierte erhebliche Preiskämpfe beim Bananenangebot in Deutschland, die auch im Bio-Bereich zu beobachten seien.

Ein starkes Wachstum habe es gerade bei einem Produkt gegeben, bei dem viele nicht automatisch an Fairtrade denken, sagte Overath: Der Absatz von Rosen mit Fairtrade-Siegel hat um 25 Prozent auf rund 631 Millionen zugelegt. Mit 36 Prozent ist der Marktanteil so groß wie bei keinem anderen fair gehandelten Produkt.

Hinweise auf zu erwartende Umsatzeinbrüche in der nahen Zukunft gibt es laut Overath im 30. Jahr des Bestehens von Fairtrade Deutschland nicht. »Wir sind nicht in großer Sorge, dass wir unter die Preisräder kommen«, sagte er mit Blick auf die steigende Inflation und die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine. »Wir haben zum Glück eine Kundschaft, die aus Überzeugung kauft.« Erste Daten aus diesem Jahr deuteten bei Kaffee sogar auf ein zweistelliges Wachstum hin. Ausschließen ließen sich Umsatzrückgänge aber nicht: »Wenn insgesamt weniger Blumen gekauft werden, wird das auch auf Fairtrade Auswirkungen haben«, sagte Overath. Außerdem geben auch die Rückgänge beim Handel mit Bio-Produkten zu denken.

Der faire Handel macht weiterhin nur einen geringen Anteil am gesamten Handelsumsatz in Deutschland aus, hat in den vergangenen Jahren aber insgesamt zugelegt. Eine exakte Zahl gab der Verein nicht bekannt. Es gibt mehrere Siegel für Produkte, deren Anbieter Wert auf gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen legen. »Fairtrade« ist das mit Abstand am meisten verbreitete.

mik/dpa
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