Trotz PR-Debakel Coca-Cola will Dasani-Wasser in Deutschland verkaufen

Bei der Einführung der Wassermarke Dasani in Großbritannien musste sich Coca-Cola viel Spott gefallen lassen, als herauskam, dass die Quelle des teuren Getränks ein Wasserhahn südöstlich von London ist. Nun soll Dasani auch in Deutschland auf den Markt kommen - als Premiummarke.

Frankfurt am Main - Mit Dasani hat Coca-Cola noch einiges vor. Bis Ende 2004 will der Konzern mit der in den USA erfolgreichen Wassermarke in über 20 Ländern präsent sein. Ab Mai will Coca-Cola in Deutschland loslegen und das Produkt mit großem Marketingaufwand in den Markt drücken. Innerhalb von 30 Monaten nach Markteinführung, so das ehrgeizige Ziel des weltgrößten Getränkekonzerns, soll Dasani auf dem deutschen Mineralwassermarkt eine führende Rolle spielen.

In Großbritannien ist die Markteinführung allerdings gründlich daneben gegangen. Coca-Cola musste eingestehen, dass es sich bei Dasani um schlichtes Leitungswasser aus dem Ort Sidcup in der Nähe von London handelt. Während das Wasser in der Halbliter-Flasche für 95 Pence verkauft wird (1,40 Euro), bezahlt man durch Aufdrehen des Wasserhahns für die gleiche Menge gerade einmal 0,03 Pence, lästerten britische Tageszeitungen. Ein Versuch der Verteidigung machte die Sache nur noch schlimmer. Als Coca-Cola sagte, das Wasser werde in einem aufwendigen Verfahren gereinigt, empörten sich die örtlichen Wasserwerke über das öffentliche Anzweifeln ihrer Trinkwasserqualität.

In Deutschland, wo bereits das aus Leitungwasser hergestellte Bonaqua auf dem Markt ist, soll Dasani allerdings als Premium-Wasser lanciert werden. Für rund 69 Cent pro halbem Liter bekommt man nach Angaben von Coca-Cola-Pressesprecherin Christina Jakob ein Wasser aus Brandenburg, genauer gesagt aus der Andina-Quelle bei Genshagen.

Was in der Dasani-Flasche drin ist, wird laut Jakob von Land zu Land unterschiedlich sein. "In Frankreich, wo Dasani ebenfalls noch im Frühjahr auf den Markt kommt, wird es ein natürliches Mineralwasser sein, das zusätzlich mit Mineralien angereichert ist", sagte sie. In den USA, wo Dasani laut Coca-Cola mit einem Marktanteil von 11,6 Prozent die Nummer zwei auf dem Wassermarkt ist, wird ebenfalls aufbereitetes Leitungswasser verkauft.

Weltweit ist Wasser in Flaschen mit einem geschätzten Marktvolumen von 38 Milliarden Euro eines der wachstumsstärksten Getränkesegmente. In Deutschland legte der Wassermarkt 2003 um 13 Prozent zu. Stille Mineralwässer machen bisher erst 15 Prozent des deutschen Wassermarktes aus, weit weniger als in Frankreich oder Italien, wo dies jeweils das größte Segment ist. Doch die "Stillen" holen mit Riesenschritten auf, in den vergangenen drei Jahren wuchs dieser Teilmarkt um 27 Prozent - mehr als jedes andere Getränkesegment. Während Nestle (Vittel) und Danone (Volvic, Evian) zusammen etwa die Hälfte dieses Segments beherrschen, läuft Coca-Cola mit der stillen Wasser-Variante seiner Marke Bonaqua der Konkurrenz weit hinterher.

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