Trotz Rezession Playmobil steigert Umsatz zum achten Mal in Folge

Sie lächeln immer - egal ob im Rettungseinsatz oder auf dem Operationstisch: Playmobilfiguren. Möglichweise liegt darin das Geheimnis ihres Verkaufserfolgs: Der Spielzeughersteller Playmobil jedenfalls schaffte im vergangenen Jahr das achte Umsatzplus in Folge.


Zirndorf - Die Arbeiter in Dietenhofen arbeiten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr. 2008 gingen von der mittelfränkischen Kleinstadt aus 40 Millionen Playmobil-Sets in rund 70 Länder der Welt - und sorgten dafür, dass der Umsatz mit den Playmobil-Figuren nach Angaben des Unternehmens um sechs Prozent auf 452 Millionen Euro kletterte. Der Umsatz der Geobra-Brandstätter-Gruppe, zu der außerdem der Playmobil-Freizeitpark in Zirndorf und ein Pflanzgefäßhersteller gehören, wuchs um acht Prozent auf 496 Millionen Euro.

Playmobilfiguren: Chinesischer Markt im Visier
DPA

Playmobilfiguren: Chinesischer Markt im Visier

Der Ertrag habe sich zufriedenstellend entwickelt, betonte die Geschäftsführerin der Gruppe, Andrea Schauer, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. Nach wie vor würden Gewinne "in hohem Maße" in das Unternehmen investiert. "Auf diese Weise bleibt Playmobil von Banken unabhängig", sagte sie. Angesichts gestiegener Lagerhaltungskosten und Investitionen in Gussformen sowie der im Zuge der Tarifabschlüsse gestiegenen Lohnkosten werde Playmobil zur Spielwarenmesse am 5. Februar die Preise um durchschnittlich 4,9 Prozent anheben, kündigte Schauer an.

60 Prozent in Franken hergestellt

Playmobil fertigt 60 Prozent seiner Ware in Dietenhofen. Neben Deutschland mit seiner um 103 auf 1628 Mitarbeitern erhöhten Belegschaft unterhält Playmobil noch Werke auf Malta, wo im vergangenen Jahr rund 95 Millionen Figuren hergestellt wurden, sowie Standorte in Tschechien und Spanien. Im Unterschied zu fast allen großen internationalen Spielzeugherstellern produziert Playmobil nicht in China. Jedoch wollen die Zirndorfer Schritt für Schritt den chinesischen Markt erschließen. In den großen Zentren sei die Marke inzwischen vertreten. "Wir müssen dort aber noch fünf bis sechs Jahre Aufbauarbeit leisten. Vorher erwarten wir keine nennenswerten Umsätze", schränkte Schauer ein.

Weltweit beschäftigte die Gruppe im vergangenen Jahr 2861 Mitarbeiter und damit 112 mehr als 2007. Für das laufende Jahr seien derzeit keine Neueinstellungen geplant, sagte Höpfner.

68 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen im Ausland. Mit Ausnahme von Österreich und Deutschland habe Playmobil auf allen Märkten deutlich wachsen können. Der mit Abstand größte Umsatzbeitrag stamme nach wie vor aus Frankreich: Hier seien die Erlöse um 17 Prozent auf 118 Millionen Euro gestiegen. Playmobil sei dort die klare Nummer eins bei traditionellem Spielzeug. In Deutschland liege man mit einem Marktanteil von 8,6 Prozent hinter Lego auf Platz zwei.

Weniger Umsatz im Fachhandel

Im Inland sei der Umsatz mit dem Fachhandel um vier Prozent zurückgegangen. 2009 sei in Deutschland allerdings ein einstelliges Wachstum durchaus machbar, sagte Schauer. "Wir beobachten, dass sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten starke Marken wie Playmobil behaupten können", erklärte sie. Entsprechend werde für die gesamte Gruppe ein neuerliches Wachstum im mittleren einstelligen Bereich angestrebt. "Wir wollen so weitermachen", sagte Schauer. "Wir haben nicht viel falsch gemacht."

mik/AP/dpa



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