Wegen Twitterkapriolen Musk hat erste Aktionärsklage am Hals

Beim Ankauf von Twitteraktien hat Techmilliardär Elon Musk womöglich Börsenregeln verletzt. Ein Aktionär will ihn jetzt dafür vor Gericht ziehen – und hofft, dass ihm weitere folgen.
Elon Musk

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Foto: Patrick Pleul / dpa

Elon Musks Vorgehensweise bei der geplanten Übernahme von Twitter hat eine Aktionärsklage gegen ihn und das Unternehmen ausgelöst. Ein US-Anteilseigner wirft dem Techmilliardär unter anderem vor, er habe durch Verletzung von Informationspflichten beim Aufkauf von Twitteraktien viel Geld auf Kosten von Aktionären gespart.

Auch hält er ihm vor, mit seinen Äußerungen nach Abschluss des Deals den Preis der Twitteraktien auf Talfahrt geschickt zu haben. Der Aktionär aus dem Bundesstaat Virginia strebt den Status einer Sammelklage an, wie aus der am Mittwoch eingereichten Klageschrift hervorgeht. Musk äußerte sich bisher nicht zu dem Vorgang.

Musk hatte schon vor Bekanntgabe seines Übernahmeplans für Twitter einen Anteil von gut neun Prozent an dem Onlinedienst zusammengekauft. Nach US-Regeln ist vorgeschrieben, das Überschreiten der Marke von fünf Prozent binnen zehn Tagen öffentlich zu machen – Musk überschritt diese Frist jedoch um elf Tage.

Die Bekanntmachung löste anschließend einen Anstieg des Aktienpreises aus. Vor dem Hintergrund des Kursunterschieds wirft der klagende Aktionär Musk nun vor, durch die verspätete Mitteilung 156 Millionen Dollar gespart zu haben. Laut Medienberichten prüfen auch US-Behörden Musks Vorgehensweise.

Nachdem Musk sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf eine Übernahme zum Preis von 54,20 Dollar pro Aktie einigte, löste er mit seinen Äußerungen Turbulenzen rund um den Deal aus. So erklärte er den Deal für ausgesetzt, da er den Verdacht habe, dass der Anteil von Spam- und Bot-Accounts über den von Twitter oft genannten Schätzungen von weniger als fünf Prozent liege. Er wolle erst Beweise von Twitter sehen. Die Twitteraktie notierte im vorbörslichen Handel am Freitag nur noch bei 39 Dollar und lag damit weit entfernt von Musks Angebot. Der klagende Aktionär wirft Musk vor, den Kursrückgang gezielt herbeigeführt zu haben.

Aus Sicht von Twitter kann der Techmilliardär die Vereinbarung jedoch nicht einseitig auf Eis legen, und der Verwaltungsrat zeigt sich entschlossen, das Geschäft für die vereinbarten 54,20 Dollar pro Aktie abzuwickeln. Eine Abstimmung der Aktionäre über die Annahme von Musks Angebots steht noch aus.

mik/dpa-AFX
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