US-Medien Musk übernimmt Twitter und feuert Spitzenkräfte

Der Deal ist laut US-Medienberichten perfekt: Elon Musk hat den Twitter-Konzern vor Fristablauf übernommen. Bisherige Führungskräfte wurden unmittelbar danach entlassen – und aus dem Gebäude eskortiert.
Elon Musk (2020)

Elon Musk (2020)

Foto: Susan Walsh / dpa

Das monatelange Hickhack um Twitter ist offenbar beendet. Wie verschiedene US-Medien übereinstimmend berichten, hat Elon Musk den Kauf des Kurznachrichtendienstes vollzogen. Am Freitag sollte eine richterlich verhängte Deadline für die Übernahme auslaufen. Den mitfinanzierenden Banken hatte Elon Musk einem Bericht zufolge einen Abschluss des Deals noch in dieser Woche versprochen.

In einem ersten Schritt setzte Musk unter anderem laut »Washington Post«  die bisherige Führungsriege vor die Tür. Demnach verloren Chief Executive Parag Agrawal, Chief Financial Officer Ned Segal und Rechtsabteilungsleiterin Vijaya Gadde ihre Jobs. Agrawal und Segal waren laut den Meldungen anwesend und wurden nach ihrer Entlassung aus dem Gebäude geführt.

In einem offenen Brief an Twitters Anzeigenkunden hatte der Tesla-Chef am Donnerstag noch einmal seine Motive für den 44 Milliarden US-Dollar schweren Deal erläutert und war Bedenken entgegengetreten, wonach die Plattform zu einem Hort von Hetze und Hassbotschaften werden könnte.

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Twitter dürfe kein »Ort des Grauens« werden, wo ohne Konsequenzen alles gesagt werden könne, erklärte Musk per Tweet. Die Plattform müsse »warm und einladend für alle« sein. Musk hatte den Kauf zuvor stets mit dem Anliegen begründet, die Redefreiheit zu stärken. Kritiker sind besorgt, dass der Eigentümerwechsel zu weniger moderierten Inhalten auf dem Netzwerk führt und so Hass und Hetze Vorschub leistet. Das könnte Werbekunden abschrecken.

Musk und Twitter verklagten sich gegenseitig

Musk hatte im April angekündigt, Twitter für 44 Milliarden Dollar oder 54,20 Dollar pro Aktie übernehmen zu wollen. Im Juli hatte er dann mit Verweis auf angebliche Falschaussagen Twitters zur Anzahl von Fake-Konten auf der Plattform erklärt, er werde den Kauf nicht vollziehen. Daraufhin hatten sich Musk und Twitter gegenseitig verklagt.

Der Beginn des US-Gerichtsprozesses war für den 17. Oktober geplant. Anfang des Monats erklärte Musk dann aber, Twitter doch zum ursprünglich angesetzten Preis übernehmen zu wollen. Die zuständige Richterin ordnete daraufhin an, das Verfahren bis zum 28. Oktober auszusetzen. (Lesen Sie hier eine Chronologie)

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Das Geschäft hat zumindest in den USA auch eine politische Dimension. Anhänger des ehemaligen Präsidenten Donald Trump hoffen, dass Musk dessen Nutzerkonto wieder freigibt. Der Republikaner war nach der Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger am 6. Januar 2021 von Twitter verbannt worden. Musk hatte im Mai erklärt, Trump wieder zulassen zu wollen.

jok/Reuters
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