U-Boot-Technologie Brüssel genehmigt US-Einstieg bei der HDW

Die Alarmsignale aus dem deutschen Kartellamt haben die EU-Kommission nicht beeindruckt. Brüssel billigte den Einstieg eines US-Finanzinvestors bei der Kieler HDW-Werft.


Prestigeobjekt für Patrioten: Das U31 zeigt, dass nicht-nukleare U-Boote technologisch führend sein können
DDP

Prestigeobjekt für Patrioten: Das U31 zeigt, dass nicht-nukleare U-Boote technologisch führend sein können

Brüssel - Mit der Transaktion entstehe keine marktbeherrschende Stellung, schrieb die Kommission. Auch sei die Investorengruppe One Equity Partners (OEP) nicht mit US-Herstellern von Militärgerät verbunden. Es gebe auch keine Hinweise, wonach andere Unternehmen an der Finanzierung dieser Übernahme beteiligt seien.

OEP hatte schon zu Beginn der Woche Spekulationen zurückgewiesen, wonach der US-Rüstungskonzern General Dynamics hinter der geplanten Übernahme der HDW stehe. Die HDW-Werft verfügt über eine moderne Technik für U-Boote mit Brennstoffzellen-Antrieb.

Das Kartellamt hatte befürchtet, dass das Know-how mit dem Einstieg in die Hände von General Dynamics geraten könne. Bei der HDW-Werft wird das U-Boot U31 gebaut. Rüstungsexperten halten es für das derzeit beste, nicht-atomare U-Boot der Welt: Kein anderes verfügt über einen vergleichbaren Brennstoffzellenantrieb. Seinetwegen ist es für Feinde fast unmöglich, das U31 unter Wasser zu orten, wenn es sich nähert. Bundeskartellamts-Präsident Ulf Böge hatte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti schriftlich zu einer vertieften Wettbewerbsprüfung aufgefordert - es sei nicht sicher, was auf Dauer mit den HDW-Anteilen geplant sei.



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