UBS Banker legt Geständnis in Liechtenstein-Verfahren ab

Geständnis vom früheren Vermögensverwalter der Schweizer Großbank UBS: Bradley Birkenfeld hat sich vor einem US-Gericht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig bekannt; es geht um Hunderte Millionen Schwarzgeld. In seiner Aussage belastete er den einstigen Arbeitgeber schwer.


Fort Lauderdale - Der ehemalige Vermögensverwalter der Schweizer Großbank UBS, Bradley Birkenfeld, ist gemeinsam mit einem Liechtensteiner angeklagt: Gemeinsam sollen sie einem Milliardär geholfen haben, 200 Millionen Dollar am Fiskus vorbeizuschleusen. Der heute 43-jährige US-Bürger Birkenfeld bekannte sich am Donnerstag vor einem Gericht in Fort Lauderdale der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig.

UBS-Logo (in London): Hoher Lohn und "Anreize für Tätigkeiten"?
REUTERS

UBS-Logo (in London): Hoher Lohn und "Anreize für Tätigkeiten"?

Birkenfeld hatte von 2001 bis 2006 in Genf für die UBS gearbeitet. Sein Arbeitgeber habe ihm damals einen hohen Lohn gezahlt und Anreize für die Tätigkeiten geschaffen, die zu der Anklage geführt hätten, sagte Birkenfeld aus. Ein UBS-Sprecher wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Für die von der Finanzkrise gebeutelte UBS kommt die Affäre höchst ungelegen. Die USA sind für die größte Vermögensverwalterin der Welt ein wichtiger Markt.

Birkenfeld ist schon seit einiger Zeit im Visier der Behörden. Zunächst hatte er alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Sein Sinneswandel und das nachfolgende Schuldbekenntnis könnten die laufende US-Untersuchung des Verhaltens der UBS in den USA in den Jahren 2000 bis 2007 beeinflussen.

Die US-Steuer- und Justizbehörden verlangen von der UBS Medienberichten zufolge die Kundendaten von bis zu 20.000 reichen Amerikanern. Die Behörden haben den Verdacht, dass sich auf der Liste Amerikaner befinden, die in den vergangenen Jahren über Schweizer Konten bei UBS und vielleicht sogar mit Hilfe von einzelnen UBS-Vermögensberatern bis zu 20 Milliarden Dollar am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust und so bis zu 300 Millionen Dollar Steuern hinterzogen haben, hatte es Anfang Juni in der "New York Times" geheißen.

Birkenfeld verzichtete auf eine Verlesung der Anklageschrift und ging mit dem zuständigen Richter William Zloch eine siebenseitige Liste mit Fakten durch. Ihm drohen bei einem Schuldspruch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren und 250.000 Dollar Buße. Das Urteil ist am 13. August vorgesehen. Birkenfelds Mitangeklagter Mario Staggl erschien nicht vor Gericht.

amz/AP/AFP/Reuters



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