Übermäßige Marktmacht EU startet zwei Missbrauchsverfahren gegen Microsoft

EU gegen Microsoft, die zweite: Brüssel hat neue Missbrauchsverfahren gegen den US-Softwareriesen eröffnet, bei denen hohe Bußgelder drohen. Schon einmal waren Millionenstrafzahlungen gegen den Konzern verhängt worden.


Brüssel - Diesmal gibt es gleich doppelten Ärger für Microsoft: Ein Verfahren beruht auf der Wettbewersbeschwerde des norwegischen Softwareanbieters Opera. Er hatte dem US-Giganten vorgeworfen, seinen Internet-Explorer mit dem PC-Betriebssystem Windows in unzulässiger Weise zu verbinden.

Microsoft-Produkte in einem Geschäft in Brüssel: Immer wieder knausert der Konzern mit Infos
REUTERS

Microsoft-Produkte in einem Geschäft in Brüssel: Immer wieder knausert der Konzern mit Infos

In dem zweiten Verfahren geht es nach Kommissionsangaben um Schnittstelleninformationen, die angeblich von Microsoft verweigert werden. Diese Daten sind nötig, damit Microsoft-Produkte mit denen anderer Hersteller kompatibel sind. Der Branchenausschuss ECIS hatte sich dazu bei der Kommission beschwert.

Der Browser Opera ist vor allem bekannt für seinen geringen Speicherbedarf und seine Schnelligkeit. In der Beliebtheit liegt er aber deutlich hinter dem Internet-Explorer von Microsoft und Firefox. Die Firma Opera konzentriert sich derzeit auf die Weiterentwicklung des Browsers Opera Mini, der auf Mobilgeräten wie Handys zum Einsatz kommt. Dort ist Microsoft weniger präsent als auf den PCs.

Erst vor vier Monaten hatte das EU-Gericht frühere EU-Sanktionen, darunter ein Bußgeld von knapp 500 Millionen Euro, ohne Einschränkungen bestätigt. Auch bei den 2004 verhängten Strafgeldern standen die Informationen zu wichtigen Schnittstellen im Vordergrund: Damals ging es um das Programm MediaPlayer, das Videos und Musikstücke aus dem Internet abspielt. Mit dessen Einbau in sein Betriebssystem Windows, das inzwischen auf 95 Prozent aller PCs installiert ist, habe Microsoft Konkurrenzprodukte wie den RealPlayer vom Markt vertrieben, hieß es. Es dauerte Jahre, bis Microsoft diese nach Brüssler Maßstäben in ausreichendem Maß zugänglich machte.

ase/dpa



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carlosowas, 17.09.2007
1.
Die Justiz muß halt mitverdienen. Wäre interessant, wieviel die Juristen da noch verdient haben über Gerichtsgebühren, Rechtsanwaltshonorare etc. Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Da verlieren irgendwann die, die die Werte durch Innovationen schaffen, die Lust. Haben diejeneigen, die durch die Geschäftspraktiken von Microsoft indirekt geschädigt wurden, wirklich einen Vorteil von diesem Gerichtsverfahren?
trd 17.09.2007
2. da fragt man sich wie lange es die Unternehmen noch machen ?
ich frage mich wie es zu dem Urteil gegen McLaren Mercedes kommen konnte ? eigentlich müsste Ferrari 500 Mio. abdrücken weil sie den Wettbewerb behindern ! schöne Grüße
furtherinstructions, 17.09.2007
3. No Win Situation
Es läuft nicht rund für Microsoft. Windows Vista ist so fehlerhaft dass die meisten Nutzer versuchen auf XP downzugraden, und der Zune (der braune iPodkiller) verkauft sich auch nicht so wie erträumt. Die Xbox 360 wird so häufig vom Roten Ring des Todes befallen dass manche Spieler sie bis zu einem Dutzend Mal umtauschen mussten… Aber machen wir uns nichts vor, Redmond beherrscht trotz allem den Desktopmarkt.
Osis, 17.09.2007
4.
Ich denke die Macht bröckelt. Vista floppt mehr oder weniger, DX10 wird hoffentlich aufgebohrt für XP und sorgt für den "Todesstoß". Blokaden der anderen Plattformen werden durch andere Hersteller verstärkt die einfach keine Treiber zur Verfügugn stellen. Ich perönlich würde gerne mehr mit linux/Ubuntu/ect machen. Wenn ich nur könnte. Open Office zerlegt den Markt gerade für MS Office. Es ist zu hoffen das Microsoft sich auf Dauer zerlegt. Damit dieser Markt nicht erst eine "regulierungsbehörde" benötigt wenn es zu spät ist... Traurig aber wahr.
T. Wagner 17.09.2007
5.
Zitat von sysopEin europäisches Gericht hat die Beschwerde des US-Softwarekonzerns Microsoft gegen ein von der EU-Kommission verhängtes Bußgeld zurückgewiesen. Wie mächtig ist Microsoft tatsächlich noch?
Sollte die Frage nicht eigentlich lauten: Wie bekloppt ist die EU-Kommission? Eine Strafe zu verhängen, weil ein Softwarehersteller etwas derart Selbstverständliches wie eine Abspielmöglichkeit für Audio- und Videodaten in sein Betriebssystem einbaut, halte ich für aberwitzig. Kann man diese EU-Clowns nicht irgendwie stoppen? Ich mag nicht für so einen Unfug Steuern zahlen!
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