Übernahme AWD-Chef verliert Prozess um Millionengeschäft

AWD-Chef Maschmeyer kaufte ein Unternehmen - doch dann stimmte der AWD-Aufsichtsrat nicht zu. Jetzt will der Firmenchef 40 Millionen Euro zurückhaben. Der Verkäufer weigert sich aber - und besteht auf Erfüllung des Vertrags. Vor Gericht erlitt Maschmeyer nun eine Niederlage.

Regensburg - Der Chef des Finanzdienstleisters AWD  , Carsten Maschmeyer, hat am Dienstag in einem Rechtsstreit um ein 40- Millionen-Euro-Geschäft vor dem Landgericht Regensburg einen Rückschlag erlitten. Das Gericht lehnte es in einem Eilverfahren ab, die Summe, die Maschmeyer für die Übernahme eines Konkurrenten gezahlt hatte, bei dem Verkäufer pfänden zu lassen.

Maschmeyer hatte das Unternehmen aus dem Landkreis Kelheim vor einem Monat erworben. Nachdem der AWD-Aufsichtsrat dem Kauf aber nicht zustimmte, will der AWD-Chef nun die 40 Millionen Euro zurückhaben. Der Verkäufer besteht aber auf dem Vertrag und will das Geld behalten.

In dem Verfahren geht es um das Unternehmen GKM (Gesellschaft für professionelles Kapitalmanagement AG), das bislang zur Holding des Regensburger Geschäftsmanns Reinhard Listl gehört. Listl erklärte, dass es zwischen ihm und Maschmeyer ergänzend zum schriftlichen Kaufvertrag eine Absprache gegeben habe, wonach Maschmeyer GKM privat übernehme, wenn die Gremien der AWD Holding aus Hannover das Geschäft nicht billigen. Listl sieht dies auch dadurch belegt, dass Maschmeyer die 40 Millionen Euro von einem seiner Privatkonten überwiesen hat.

Maschmeyers Rechtsanwalt bestritt dagegen diese Version. Das Gericht sah allerdings keinen Grund, die Millionensumme bei der Bank von Listl einzufrieren. Es gebe bislang keinen Hinweis darauf, dass Listl unseriös sei und sich mit dem Betrag ins Ausland absetzen wolle, betonte die Richterin. Sie erklärte, dass die Frage, wer denn nun rechtmäßiger GKM-Eigentümer sei, erst später in einer Hauptsacheverfahren geklärt werden müsse.

Möglicherweise wird es zu diesem weiteren Prozess aber gar nicht erst kommen. Denn hinter den Kulissen wird weiterhin darüber verhandelt, ob AWD das Unternehmen für einen reduzierten Kaufpreis nicht doch übernimmt. Bei dem Gerichtstermin wurden 30 Millionen Euro als mögliche Summe erwähnt.

kaz/dpa

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