Übernahme in den USA Telekom bezahlt 106 Milliarden Mark für VoiceStream

Nach eigenen Angaben will die Telekom den US-Mobilfunkanbieter Voicestream für 50,6 Milliarden Dollar übernehmen. Amerikanische Politiker wollen den Bonner Konzern jedoch am Kauf hindern.


Bonn - Die VoiceStream-Aktionäre sollen für je einen Anteilsschein 3,2 Telekom-Aktien und 30 Dollar in bar erhalten. Auf der Basis des Schlusskurses der T-Aktie vom vergangenen Freitag beläuft sich die Übernahme auf ein Volumen von 50,6 Milliarden Dollar. Die Telekom werde aus dem genehmigten Kapital 828.000 Aktien ausgeben, hieß es in einer Mitteilung.

Allerdings gibt es im US-Parlament Pläne, den Einstieg eines europäischen Staatskonzerns in den heimischen Telekommunikationsmarkt gesetzlich zu verbieten. Die Telekom kann in diesem Konflikt jedoch mit politischer Rückendeckung aus Brüssel rechnen.

Mit dem Erwerb kann der Bonner Telefonriese nun endlich den lang ersehnten Einstieg in den amerikanischen Telekommunikationsmarkt melden. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben dem Erwerb von VoiceStream am Sonntag zugestimmt. Durch die Übernahme entstehe ein weltweit aktiver Anbieter von GSM Mobilfunk mit potenziell 375 Millionen Kunden, hieß es weiter. Einzelheiten der Akquisitionen will Telekom-Chef Ron Sommer am Montag auf der Expo in Hannover mitteilen.

Am Ende des ersten Quartals hatte VoiceStream 8 200 Beschäftigte und rund 2,3 Millionen Kunden in seinem Netz. Anfang des Jahres hatte das 1994 gegründete Unternehmen mit den beiden Gesellschaften Omnipoint und Aerial Communications fusioniert. Die Gesellschaft besitzt eine Lizenz in 23 der 25 größten US-Bundesländer mit insgesamt 220 Millionen Einwohnern.



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