Übernahme in der Schwebe GM stellt Opel-Deal mit Magna in Frage

Die Magna-Lösung für Opel wackelt. General Motors teilt plötzlich mit, der Ausgang des Bieterverfahrens sei offen. Andere potentielle Investoren könnten damit doch noch zum Zuge kommen - der chinesische Autokonzern BAIC prüft jetzt intensiv die Bücher des Unternehmens.


Frankfurt am Main - Es sah nach einer Lösung aus - doch in Wahrheit ist noch nichts geklärt. Die Übernahme von Opel durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna ist wieder offen. Laut einem Pressebericht läuft der Bieterkampf um das deutsche Traditionsunternehmen keineswegs geradlinig auf Magna zu.

Opel-Flagge: "Allen Interessenten stehen die gleichen Rechte zu"
REUTERS

Opel-Flagge: "Allen Interessenten stehen die gleichen Rechte zu"

"Wir sprechen mit verschiedenen Bietern", sagte ein Sprecher der ehemaligen Opel-Mutter General Motors (GM) Chart zeigen dem "Handelsblatt". "Der Ausgang ist offen." Fakt ist: Zwischen GM und Magna Chart zeigen existiert bisher nur eine Absichtserklärung. "Dieses Memorandum of Understanding besitzt keine rechtliche Bindung", sagte auch der Vorsitzende des Opel-Treuhänderbeirats, Fred Irwin, der Zeitung. "Allen Interessenten stehen die gleichen Informationsrechte zu", betonte er.

Mit anderen Worten: Auch andere Bieter sind noch im Rennen. Der Opel-Treuhandrat möchte sich offenbar alle Angebote genau anschauen - nicht nur das von Magna.

Ein möglicher Kandidat ist der chinesische Autokonzern BAIC. Das Unternehmen lässt sich dem Bericht zufolge in dieser Woche von Opel-Managern die Situation des Rüsselsheimer Unternehmens erläutern. Außerdem haben die Chinesen demnach - ebenso wie der Finanzinvestor Ripplewood - die Erlaubnis bekommen, die Opel-Bücher einzusehen.

Treuhandchef Irwin sagte explizit, weitere Bieter seien willkommen. Am Ende werde nicht nach politischen Gesichtspunkten entschieden. "Wir sind rein kaufmännischen Kriterien verpflichtet."

Opel befindet sich derzeit zu 65 Prozent im Besitz der Treuhand-Gesellschaft. Dadurch kann das Unternehmen aus der Insolvenzmasse des GM-Konzerns herausgehalten werden. GM bleibt mit 35 Prozent an Opel beteiligt.

Magna möchte zusammen mit der russischen Sberbank 55 Prozent von der Treuhand übernehmen, zehn Prozent sollen an Händler und Mitarbeiter gehen. In einer Vorentscheidung waren die Opel-Interessenten Fiat Chart zeigen und Ripplewood zunächst ausgeschieden, alles schien auf Magna und die Sberbank Chart zeigen hinzudeuten.

Doch nun wird klar: GM strebt mindestens zwei ernsthafte Angebote an. Dies sei in Verhandlungskreisen zu hören, schreibt das "Handelsblatt". Alle hätten die gleichen Rechte, Magna besitze lediglich einen zeitlichen Vorsprung.

Wirtschaftlich lief es bei Opel zuletzt besser als befürchtet, vor allem dank der deutschen Abwrackprämie. Laut "Handelsblatt" konnte Opel ein Liquiditätspolster in niedriger einstelliger Millionenhöhe ansammeln.

wal/dpa-AFX



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