Übernahme Viag Interkom wird britisch

E.on steigt endgültig aus dem Telefon-Geschäft aus. Die British Telecom übernimmt den 45-Prozent-Anteil des Energiekonzerns an Viag Interkom.


Düsseldorf - Der Verkauf der 45-prozentigen Beteiligung an British Telecom bringe dem Stromriesen rund 11,4 Milliarden Euro (22,3 Milliarden Mark) in die Kassen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Die Summe setzt sich aus dem Kaufpreis von 7,25 Milliarden Euro und der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen von e.on an die Viag Interkom zusammen.

Die Börsianer nahmen die Nachricht mit Gelassenheit zur Kenntnis. Der Kurs der e.on-Aktie bewegte sich nahezu unverändert auf Vortagsniveau. Spannend sei allerdings, wie der Düsseldorfer Energiekonzern das Geld investiere, da es vor allem im Wassergeschäft noch Lücken gäbe, erläuterte ein Analyst.

E.on und British Telecom hatten bereits im August vergangenen Jahres während der Versteigerung der UMTS-Lizenzen prinzipiell den Verkauf der Viag Interkom-Anteile an British Telecom vereinbart, dabei aber ein recht kompliziertes Modell gewählt. E.on hatte nach der Vereinbarung die Option, ihren Viag-Interkom-Anteil im Januar 2001 an British Telecom zu veräußern. British Telecom erhielt im Gegenzug die Möglichkeit, diese Beteiligung im Zeitraum von Mai bis Juli 2001 von e.on zu erwerben.

Der e.on-Vorstand habe nun "unter Berücksichtigung der strategischen Interessen und der aktuellen Entwicklung im europäischen Telekommunikationsmarkt" von der vereinbarten so genannten Put-Option zur Abgabe der Beteiligung Gebrauch gemacht, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Preis für Telekom-Aktien war in den vergangenen Monaten drastisch gesunken.

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