Übernahmeangebot HRE-Großaktionär lässt Bundesregierung abblitzen

Neuer Rückschlag bei der Rettung der maroden Hypo Real Estate: Der US-Aktionär Flowers hat das Übernahmeangebot der Bundesregierung formell abgelehnt - es sei viel zu niedrig. Gegen eine mögliche Enteignung will er klagen.


Berlin - Der US-Großaktionär J.C. Flowers hat die Offerte der Bundesregierung für die Aktien der Hypo Real Estate in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung als zu niedrig bezeichnet. Er sei davon überzeugt, dass die Aktien mehr wert seien als die 1,39 Euro, die der Bund den Aktionären bietet.

Finanzmagnat Flowers: Juristische Schritte angekündigt
DPA

Finanzmagnat Flowers: Juristische Schritte angekündigt

Flowers gab sich zuversichtlich, dass die Hypo Real Estate Chart zeigen "unter dem neuen Management mittelfristig wieder ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen werden kann".

Gegen eine mögliche Enteignung will er sich unter Umständen mit juristischen Schritten zur Wehr setzen. Damit wird es für den Bund schwerer, das Ziel einer Komplettübernahme der HRE schnell zu erreichen.

Die Ablehnung ändert nach Angaben des Bundes nichts an dem Verfahren zur Übernahme des krisengeschüttelten Instituts. "Die Entscheidung von Herrn Flowers nehmen wir zur Kenntnis", erklärte Stefan Olbermann, Sprecher des Bundesfinanzministeriums, am Donnerstag in Berlin. "Sie wird am weiteren Verfahren zur vollständigen Übernahme der HRE durch den Bund nichts ändern."

Unterdessen zeigte sich der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Otto Bernhardt, überzeugt, dass eine Enteignung Flowers' nun feststehe. "Die Enteignung wird durchgeführt", sagte er zu Dow Jones Newswires. Flowers könne diese nach seiner Rechtskenntnis nicht verhindern. "Nach der Enteignung wird es aber zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen", befürchtet Bernhardt.

Neben der Übernahmeofferte bleiben dem Bund noch die Alternativen, die Bank über eine massive Kapitalerhöhung oder über das Instrument einer Enteignung zu übernehmen. Dies gilt aber nur als allerletzte Option.

Flowers und ihm verbundene Investoren hielten zuletzt rund 22 Prozent der Aktien an der HRE. Nur ein kleiner Teil der Anleger, die weniger als ein Prozent der Aktien hielten, würden das Angebot annehmen, hieß es. Die anderen hätten sich dagegen entschieden. "Als längerfristig orientierte Investoren wollen wir das Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft begleiten", teilte Flowers mit.

mik/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.