Übernahmegerüchte Google peilt YouTube an

Steht der nächste Super-Deal im Web 2.0 kurz bevor? Google verhandelt laut "Wall Street Journal" mit dem Video-Portal YouTube über eine Übernahme. Als Kaufpreis seien 1,6 Milliarden Dollar im Gespräch, berichtet das Blatt unter Berufung auf vertraute Kreise.

New York - Die Verhandlungen seien noch in einer "sensiblen" Phase und könnten jederzeit abgebrochen werden, schreibt die Zeitung. Sprecher beide Unternehmen wollten zu dem Thema keine Stellungnahme abgeben.

In einem Internet-Blog war zuvor noch von "völlig unbegründeten" Gerüchten über Gespräche zwischen Google und YouTube die Rede gewesen. YouTube-Chef Chad Hurly hatte mehrfach bekräftigt, dass das Unternehmen nicht zum Verkauf stehe. Ein Börsengang in der Zukunft sei dagegen nicht ausgeschlossen.

YouTube wurde im Februar 2005 von drei ehemaligen Ebay-Mitarbeitern gegründet. Schnell entwickelte sich die Website zur gefragten Plattform für selbstgedrehte Urlaubsfilme oder Propaganda-Videos. Die Videos lassen sich anschauen, ohne dass man spezielle Software installieren muss. Die Umsätze werden vor allem mit Werbung erzielt.

Inzwischen verzeichnet die Seite mehr als 100 Millionen Besucher pro Tag. In seiner Disziplin erreiche YouTube teilweise bereits einen höheren Marktanteil als Google auf seinem jeweiligen Spezialgebiet, zitiert das "Wall Street Journal" einen Analysten.

Sollte das Geschäft zustande kommen, wäre dies die bislang größte Übernahme eines sogenannten sozialen Netzwerks - einem immer populärer werdenden Segment im Internet. Der bislang spektakulärste Deal ist die Übernahme des Online-Forums myspace im vergangenen Jahr durch den Medienkonzern News Corp. für 580 Millionen Dollar.

Zurzeit verhandelt dem "Wall Street Journal" zufolge außerdem das Internetportal Yahoo mit dem amerikanischen Online-Forum Facebook über eine Übernahme. Der Wert von Facebook wird auf eine Milliarde Dollar geschätzt.

Myspace und Facebook, das mit neun Millionen Mitgliedern zu den zehn besucherstärksten Internetseiten Amerikas gehört, soll dem Bericht zufolge zuvor Übernahmeverhandlungen mit Microsoft und dem Medienkonzern Viacom geführt haben.

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