Übernahmepläne Microsoft erhöht Angebot - intensive Verhandlungen mit Yahoo

Übernahme statt Aufgabe? Der Software-Riese Microsoft ist jetzt offenbar doch bereit, sein Übernahmeangebot an Yahoo zu erhöhen. Berichten zufolge hat Microsoft seine Kauf-Offerte verbessert und direkte Verhandlungen mit Yahoo aufgenommen.


San Francisco - Die Übernahmenschlacht geht in die heiße Phase: Der Softwarekonzern Microsoft hat im Ringen um die Übernahme des Online-Unternehmens Yahoo sein Kaufangebot aufgestockt, berichten US-Medien. Microsoft habe das Gebot um "mehrere Dollar" je Aktie erhöht, schrieb die "New York Times" am Freitagabend auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Insider.

Logos von Microsoft und Yahoo: Übernahmeschlacht in der heißen Phase
DPA

Logos von Microsoft und Yahoo: Übernahmeschlacht in der heißen Phase

"Sie reden miteinander", sagte auch der Nachrichtenagentur AFP ein Insider. Bislang hatten sich die Unternehmen demnach lediglich über Kommuniqués und einen Mail-Austausch verständigt. "Microsoft hat gesagt, dass das Angebot erhöht werden könnte", fügte der Insider hinzu. Allerdings bleibe abzuwarten, um wieviel höher das Angebot ausfallen könne. "Das kann noch scheitern."

Anderen Medien zufolge soll Microsoft eine Anhebung der Offerte von ursprünglich 31 auf bis zu 33 US-Dollar je Yahoo-Aktie in Aussicht gestellt haben. Yahoo und einige Großaktionäre wollten aber zwischen 35 und 37 Dollar, hieß es im "Wall Street Journal" (WJS). Die Gespräche zwischen beiden Seiten hätten sich am Freitag deutlich intensiviert.

Das bisherige Angebot lag bei knapp 45 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 29 Milliarden Euro. Die Yahoo-Konzernspitze hatte immer wieder betont, das Ursprungsangebot sei zu niedrig. Microsoft hatte Yahoo eine Frist bis zum 26. April gesetzt, um das Übernahme-Angebot zu akzeptieren und mit einer feindlichen Übernahme gedroht. Yahoo hatte die Frist jedoch ohne Reaktion verstreichen lassen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte am Donnerstag vor Mitarbeitern gesagt, er werde für Yahoo "keine zehn Cent" mehr zahlen, als das Unternehmen seiner Ansicht nach wert sei. Zudem erklärte Ballmer, Microsoft sei auf den Internetkonzern nicht angewiesen. Das "WJS" hatte in seiner Freitagsausgabe berichtet, Microsoft werde sich für eine feindliche Übernahme entscheiden.

Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme seine Position im einträglichen Online-Werbemarkt verbessern und damit Branchenprimus Google den Rang streitig machen.

amz/AFP/dpa/AP



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