Übernahmepläne Piëch lässt von BMW ab

Einer der potenziellen Kandidaten für eine BMW-Übernahme steigt aus. VW-Chef Ferdinand Piëch erklärte, er hege keine Kaufabsichten mehr.

Wolfsburg/München - Nach einem Gespräch mit der Quandt-Familie sei er zu der Überzeugung gekommen, dass BMW absolut unverkäuflich sei. "Ich akzeptiere diese Haltung, die Besitzer stehen zu BMW, wie massiv die Angebote aus den USA auch sein mögen", sagte Piëch in der "Welt".

Die BMW-Besitzerfamilie Quandt begrüßte die Äußerung. "Nachdem General Motors und Ford öffentlich bekannt gegeben haben, dass sie akzeptieren, dass BMW durch die Familie Quandt nicht zum Verkauf steht, hat nun auch Herr Piëch von VW verstanden, dass es weder einen Grund noch ein Interesse der Familie gibt, ihre Anteile an BMW zu verkaufen", sagte Quandt-Sprecher Thomas Gauly.

Piëch erklärte weiter, er gehe davon aus, dass der Boom in der deutschen Automibilindustrie ungebrochen ist. Gegenläufig zu allen bisherigen Prognosen rechnet Piëch für VW mit einem "guten Jahr". "Den allgemein schwachen Januar, wo wir 18 Prozent weniger verkauft haben, konnten wir bereits wieder ausgleichen. Unsere kleineren, preiswerteren Modelle werden auch in Zukunft mögliche Verluste in der gehobenen Klasse mehr als wettmachen. Seat und Skoda sind auf Rekordkurs", sagte er.

Angesichts des niedrigen Aktienkurses wolle zukünftig das VW-Management alles tun, um die Analysten, die VW bisher sehr negativ bewertet hätten, mit mehr Einblicken zu versorgen. Es sei ein neuer Mitarbeiter verpflichtet worden, der sich ausschließlich darum kümmern werde.

Kritisch bewertet Piëch das Vorgehen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der bei der EU Protest gegen die Subventionen für Rover angemeldet hatte. Das sorgte für heftige Auseinandersetzungen um Teilelieferungen von BMW für den Porsche-Boxster. "Solche Aktionen um Subventionen sind unsinnig, weil sie schon gar nicht helfen, in schwierigen Zeiten mehr Autos zu verkaufen. Außerdem sollte bedacht werden, dass das Porsche-Entwicklungszentrum für viele Außer-Haus-Kunden da ist", betonte Piëch, Abkömmling des Porsche-Gründers und Großaktionär der Sportwagenschmiede.

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