Übernahmepoker Briten umgarnen Esser

Wohl selten ist ein Konflikt zweier Firmen so sehr auf einzelne Personen zugeschnitten worden wie jetzt bei dem feindlichen Übernahmeversuch von Mannesmann durch Vodafone AirTouch. Schmähende Worte warfen sich der Brite Chris Gent und dem Deutsche Klaus Esser an den Kopf. Doch jetzt scheint Gent auf Schmusekurs zu gehen.


"Keine persönlichen Animositäten": Esser, Gent
DPA [M]

"Keine persönlichen Animositäten": Esser, Gent

Frankfurt am Main - Auch im Falle der Übernahme werde Mannesmann-Vorstandschef Klaus Esser eine wichtige Rolle in dem neuen Konzern spielen", sagte Vodafone-Topmanager Clarke Richards. "Chris Gent hat sehr viel Respekt für Herrn Esser und würde ihn gern im weiteren Geschäft dabei haben", gab er die neue Linie vor. Zitate, in denen sich Gent abschätzig über seinen deutschen Konkurrenten geäußert hatte, seien "aus dem Zusammenhang gerissen". Esser und Gent würden sich aus vielen gemeinsamen Vorstandssitzungen gut kennen. "Es gibt keine persönlichen Animositäten zwischen den beiden", sagte Richards.

Richards, der für das Neugeschäft von Vodafone in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten zuständig ist, glaubt nicht, dass der französische Mischkonzern Vivendi als "Weißer Ritter" für Mannesmann auftreten könnte. Vodafone sei durch seine Beteiligung an der Vivendi-Tochter SFR in ständigem Kontakt mit den Franzosen. "Wir hatten schon vor Mannesmann eine Partnerschaft mit Vivendi. Wir gehen davon aus, dass wir von Vivendi darüber informiert würden, wenn sich dort etwas tun sollte", warnte er den französischen Geschäftspartner.

Die Integration von Mannesmann in den Vodafone-Konzern würde innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein, wenn es keine kartellrechtlichen Bedenken gibt. Da die beiden Unternehmen bereits seit langem Partner seien, würde es keine gravierenden Umstellungsprobleme geben, glaubt Richards.



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