Übernahmeprobleme Conti-Chef sorgt sich um Großaktionär Schaeffler

Der Autozulieferer Conti macht sich Sorgen um den Großaktionär Schaeffler. Das fränkische Familienunternehmen, das im Juli einen Übernahmeangriff auf Conti startete, hat sich einem Bericht zufolge mit seinem Engagement übernommen.


Hamburg - Die schwierige finanzielle Situation des fränkischen Familienunternehmens Schaeffler bereitet einem Zeitungsbericht zufolge inzwischen auch Continental-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann Sorgen. Das schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kreise des Aufsichtsrats des Dax-Konzerns.

Neumann hatte demnach am Montagabend die Kontrolleure telefonisch über den Stand der Conti-Übernahme durch Schaeffler informiert. Continental müsse prüfen, wie das Unternehmen seinem Großaktionär helfen könne, sagte Neumann nach Angaben von Teilnehmern.

Der Vorstoß des Conti-Chefs dürfte einen Verkauf der Gummisparte des Konzerns wahrscheinlicher machen, schreibt die Zeitung. Die Veräußerung der beiden Reifen-Divisionen und des Gummispezialisten Conti-Tech könne die Schulden von Conti deutlich reduzieren. In der Telefonkonferenz mit seinen Aufsichtsräten bestätigte der Vorstandschef laut Bericht erstmals das konkrete Interesse von drei Finanzinvestoren an der Gummisparte. Sie hätten sich bei Conti gemeldet.

Auch Conti Chart zeigen selbst steckt wegen der Krise der Autobranche in Schwierigkeiten: Angesichts der Absatzkrise kürzt der Zulieferer seine Produktion, Beobachter schließen weitere Stellenstreichungen nicht mehr aus. Am Dienstag bestätigte ein Sprecher des Unternehmens, es werde "die ganze Bandbreite an Maßnahmen geben". So würden unter anderem Arbeitszeitkonten reduziert, die Weihnachtsferien in einzelnen Werken verlängert und die Beschäftigung von Leiharbeitern zurückgefahren. Für die verschiedenen Werke gebe es "unterschiedlichen Handlungsbedarf". Bei der Vorlage der Quartalszahlen am morgigen Donnerstag will Conti weitere Details nennen.

kaz/dpa-AFX



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