Übernahmeringen Heizkosten-Firma Techem will sich nicht kaufen lassen

1,1 Milliarden Euro hat die australische Bank Macquarie für den deutschen Energie-Dienstleister Techem geboten. Der aber hat kein Interesse an einer Übernahme durch Finanzinvestoren.


Frankfurt am Main - Die Macquarie Bank Chart zeigen will den Heizkostenerfasser aus Eschborn über ein deutsches Tochterunternehmen übernehmen. Diese Firma, die MEIF II Energie Beteiligungen GmbH, biete 44 Euro in bar je Stückaktie, teilte Macquarie in Frankfurt am Main mit. Dies entspreche einem Aufschlag von 18,9 Prozent auf den durchschnittlichen gewichteten Börsenkurs der letzten drei Monate. Techem Chart zeigen lehne eine Übernahme bislang ab.

Die im MDax Chart zeigen notierte Aktie von Techem legte am Montag in der Spitze mehr als 15 Prozent auf 48,89 Euro zu.

Wasserzähler von Techem: Aktie springt kräftig nach oben
DPA

Wasserzähler von Techem: Aktie springt kräftig nach oben

Macquarie hat nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Techem wegen der Übernahme geführt. Techem habe die Annäherung aber abgewiesen und klar gemacht, eigenständig und börsennotiert bleiben zu wollen, sagte Martin Stanley, Executive Director der Bank. Daher habe sich Macquarie nun direkt an die Aktionäre von Techem gewandt, damit diese selbst entscheiden können.

Die australische Bank strebe keine Änderungen am Geschäftsmodell von Techem an und sei nicht darauf aus, Synergien zu erzielen. Interessant sei der Energiedienstleister wegen seines guten Geschäftsmodells mit langfristig stabilen Cash-flows.

MEIF II und die Macquarie Gruppe halten derzeit nach eigenen Angaben einen Anteil von 17 Prozent an Techem. MEIF II biete als langfristig orientierter Eigentümer Techem und seinen Kunden Stabilität, finanzielle Ressourcen und Expertise, hieß es. Macquarie hatte in der vergangenen Woche bereits den britischen Wasserversorger Thames Water vom Energiekonzern RWE erworben.

Ein Sprecher von Techem wollte die Aussagen nicht kommentieren. Er räumte ein, dass verschiedene Finanzinvestoren Interesse an Techem bekundet hätten und verwies auf diesbezügliche Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Horst Enzelmüller. Dieser hatte sich jüngst in einem Interview ablehnend zum Interesse von Finanzinvestoren geäußert.

Allianz hat Techem-Paket verkauft

Die Allianz Chart zeigen hat sich in der vergangenen Woche von ihrem Aktienpaket an der Techem AG getrennt. "Wir haben die Papiere aus dem Handelsbestand verkauft", sagte eine Sprecherin am Montag. Per 8. August hatte die Konzernmutter Allianz AG über die Inlandsholding Allianz Deutschland AG (ADAG) 5,21 Prozent an dem MDax-Unternehmen gehalten.

Techem ist ein europaweit tätiger Dienstleister für die Erfassung, Verteilung und Abrechnung von Energie- und Wasserverbrauch. Das im MDax Chart zeigen notierte Unternehmen mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt am Main erzielte im Geschäftsjahr 2004/2005 mit rund 2400 Beschäftigten einen Umsatz von 466,8 Millionen Euro bei einem Jahresüberschuss von 39,9 Millionen Euro. Für das Ende September abgelaufene Fiskaljahr 2005/2006 erwartet Techem einen Umsatz von 521 bis 522 Millionen Euro.

itz/mm.de/ddp/Dow Jones



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