Übernahmeschlacht Conti will weiter mit Schaeffler verhandeln

Der Aufsichtsrat des Reifenherstellers Continental hat sich hinter seinen Vorstandschef Wennemer gestellt. Das Gremium lehnte die Übernahmeofferte von Schaeffler erneut ab und beauftragte das Management zugleich, weiter mit dem Unternehmen zu verhandeln.


Hannover - Das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung verkündete Manfred Wennemer persönlich. Das Angebot von 70,12 Euro pro Aktie sei nicht angemessen, sagte er. Dennoch ließ er erkennen, dass eine Einigung mit dem Kontrahenten nicht unmöglich ist. Conti strebe kurzfristig weitere Verhandlungen an - im Sinne beider Unternehmen, fügte er hinzu.

Conti-Chef Wennemer: Rückendeckung vom Aufsichtsrat
AP

Conti-Chef Wennemer: Rückendeckung vom Aufsichtsrat

Für neue Verhandlungen könnte der Boden schon bereitet sein. Nach einem Bericht der "FAZ" will Schaeffler nämlich sein Angebot deutlich erhöhen. Das Familienunternehmen sei bereit, 75 Euro pro Aktie zu zahlen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Conti-Aufsichtsratskreise. Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger habe dem Conti-Aufsichtsrat diese Offerte schriftlich bestätigt. Schaeffler wollte zu dem Zeitungsbericht keine Stellung nehmen.

Die Schaeffler-Gruppe hatte den Conti-Aktionären zuvor 70,12 Euro für ihre Anteilsscheine geboten, was einer Gesamtbewertung des Unternehmens von 11,4 Milliarden Euro entspricht. Vorstand und Aufsichtsrat von Continental hatten die Offerte Ende Juli schon einmal als nicht angemessen zurückgewiesen.

Continental zufolge haben auch die beratenden Investmentbanken Goldman Sachs Chart zeigen und JP Morgan in ihren Stellungnahmen die Offerte als nicht adäquat bewertet. Zudem betonte der Konzern, dass die wirtschaftlichen Vorteile eines Zusammengehens mit der Familienfirma Schaeffler begrenzt seien. Synergiepotentiale ließen sich vor allem bei der Getriebefertigung und zukünftig im Bereich der Hybridtechnologie erschließen. In diesen Segmenten bestünden jedoch bereits Entwicklungspartnerschaften mit anderen Unternehmen.

Schaeffler hat im Rahmen seines Übernahmeangebots bislang lediglich 15.979 Conti-Aktien angedient bekommen. Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach besitzt aber bereits acht Prozent der Conti-Aktien und kann nach eigenen Angaben aus Swap-Geschäften mit Banken weitere 28 Prozent der Anteilsscheine erwarten. Die Conti-Aktie legte zur Aufsichtsratssitzung deutlich zu.

ssu/AP/dpa/Reuters/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.