Übernahmeschlacht Dubai greift nach Skandinaviens größter Börse

Wer wird der künftige Eigner der skandinavischen Gemeinschaftsbörse OMX? Nachdem die US-Börse Nasdaq ein Milliardenangebot vorgelegt hat, zieht Dubai nach - und bietet gut 200 Millionen Euro mehr. Die Börse der Emirate muss wissen, was die OMX wert ist - sie wird von ihrem früheren Chef geführt.


Stockholm - Um die skandinavische Börsenbetreiberin OMX ist eine Übernahmeschlacht entbrannt. Die Börse Dubai bot heute 27,7 Milliarden Kronen (2,95 Milliarden Euro) für die Nordische Wertpapierbörse und übertrumpfte damit das Angebot der US-Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen um rund 14 Prozent. Mit dem Vorstoß könnte die Börse des Golfemirats die Pläne der Amerikaner durchkreuzen, sich mit der Expansion in den hohen Norden ein Standbein in Europa zu sichern.

Aktienhändler in Dubai: Interesse an der größten skandinavischen Börse
REUTERS

Aktienhändler in Dubai: Interesse an der größten skandinavischen Börse

Die OMX ist die größte Börse Skandinaviens und ging aus der Fusion von sieben Handelsplätzen - Stockholm, Kopenhagen, Helsinki sowie die Börsen der drei Baltenrepubliken und Islands - in den vergangenen drei Jahren hervor. Die Nasdaq war erst im Februar mit ihrem Übernahmeversuch der Londoner Börse gescheitert.

Die Börse Dubai erklärte, OMX solle die globale Handelsplattform des künftigen Unternehmens und einer der am schnellsten wachsenden Börsenbetreiber der Welt werden. Die Börse des Emirats, die von dem früheren OMX-Chef Per Larsson geführt wird, hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie sei mit 4,9 Prozent bei der Nordischen Börse eingestiegen und wolle den Anteil auf über 25 Prozent aufstocken. Das hatte zu heftigen Spekulationen geführt. Heute waren die Fantasien dann nach der Bekanntgabe der Übernahme erst einmal aus dem Markt, die OMX-Aktie verlor 0,2 Prozent.

Der Vorstand von OMX, der sich bereits für einen Zusammenschluss mit der New Yorker Nasdaq ausgesprochen hat, reagierte auf die Offerte aus Dubai mit der Erklärung, das Angebot zu prüfen und die Aktionäre über die Entscheidung zu informieren.

Die Nasdaq rief die OMX-Aktionäre auf, an dem empfohlenen Zusammenschluss festzuhalten. Eine Kombination zwischen Nasdaq und OMX sei viel zukunftsträchtiger als ein Zusammenschluss mit Dubai, wo an der Börse nur Aktien von 51 Firmen gehandelt würden.

Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte im Mai ein Übernahmeangebot für OMX in einem Volumen von 25,1 Milliarden Kronen (2,73 Milliarden Euro) vorgelegt. Viele Analysten vermuten, dass die New Yorker mit der Expansion nach Nordeuropa die Eigner der Londoner Börse überzeugen will, doch noch einen europäischen Börsengiganten zu schmieden.

kaz/AP



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