Überraschender Totalverkauf Puma verliert seinen Hauptaktionär

Der bisherige Hauptaktionär des Sportartiklers Puma hat alle seine Anteile verkauft, die Puma-Aktie rutschte zeitweise um zehn Prozent ab. Puma-Chef Zeitz versucht, die Überraschung ins Positive zu drehen.


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DDP

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Herzogenaurach - Die US-Medienholding Monarchy Regency habe am Montag auf einen Schlag ihren gesamten 39-Prozent-Anteil an Puma angeboten, teilte ein Sprecher des Unternehmens aus Herzogenaurach mit. Die Puma-Aktie geriet unter Druck und verlor als vier Prozent auf 86,40 Euro. In der Spitze hatten die Kursverluste mehr als zehn Prozent betragen. Auch die Adidas-Aktie geriet zeitweise in diesen Sog.

Zu den Gründen für seinen Ausstieg machte das Film- und Fernsehproduktions-Unternehmen keine Angaben. Über Puma ließ der Monarchy-Chef David Matalon lediglich erklären, das Unternehmen werde seine bisherige Beteiligung auch weiterhin in jeder möglichen Weise unterstützen. Monarchy nutzt die dramatischen Kurssteigerungen der Puma-Aktie, die Anfang 2000 noch weniger als 20 Euro wert war.

Der US- Medienkonzern hatte vor allem mit der Präsentation von Puma-Schuhen und -Kleidung in seinen TV-Serien und Kinofilmen maßgeblich zum Ausbau Pumas zu einer Lifestyle-Marke beigetragen. Diese Partnerschaft soll weiter bestehen: Ein entsprechendes Engagement von Monarchy Regency in der Zukunft sei für fünf Jahre Jahr vertraglich festgelegt, sagte ein Puma-Sprecher. Außerdem habe Puma eine ähnliche Kooperation mit dem Medienunternehmen Fox Entertainment vereinbart.

Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz sprach von einer guten Lösung, von der mittel- und langfristig auch der Aktienkurs profitieren werde. Mit dem Verkauf erweitere sich der Streubesitz, was wiederum mehr Bewegung in den Handel der Puma-Aktien bringen werde. "Damit wird die Aktie stärker für institutionelle Anleger interessant, für die garantiert sein muss, dass ein bestimmtes Aktienvolumen rasch wieder auf dem Markt platziert werden kann".

Der Puma-Sprecher betonte, die Aktien seien keineswegs unkontrolliert auf den Markt geworfen worden, sondern in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren gezielt auf dem Wertpapiermarkt platziert worden. Als Interessenten habe Monarchy Regency einen breit gestreuten Kreis von institutionellen Anleger wie Investmentfonds und Versicherungen im Auge. Seit der Gründung 1948 operiere das Unternehmen damit zum ersten Mal in seiner Geschichte ohne einen Hauptaktionär.



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