Überschall-Renaissance Japan und Frankreich planen Concorde-Nachfolger

Nach dem Concorde-Absturz vor fünf Jahren war die Ära der Überschallflugzeuge in der zivilen Luftfahrt vorüber. Doch nun deutet sich eine Rückkehr der Schnellflieger an. Japan und Frankreich wollen zusammen einen neuen Überschalljet entwickeln, der die Nachfolge der Concorde antreten soll.


Concorde: Nachfolger soll ab 2015 fliegen
DPA

Concorde: Nachfolger soll ab 2015 fliegen

Tokio/Le Bourget - Wie das japanische Handelsministerium gestern erklärte, wollen Unternehmen aus beiden Länden dafür in den nächsten drei Jahren jährlich zusammen rund 1,5 Millionen Euro in Forschung investieren. Ein entsprechender Vertrag wurde auf der Luftfahrtausstellung in Le Bourget unterzeichnet.

Das Flugzeug soll den Angaben zufolge bis zu drei Mal so viele Sitze wie die Concorde haben und die Strecke Tokio - New York in sechs Stunden fliegen können. Nach Möglichkeit soll der Jet bereits bis 2015 einsatzfähig sein.

Wie es in der Erklärung des Handelsministeriums weiter hieß, wollen beide Seiten versuchen, die Probleme des Vorgängermodells Concorde - wie zu hohen Kerosinverbrauch und laute Triebwerke - zu lösen. Ein Triebwerk, das theoretisch die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen könne, sei bereits getestet worden. Die französische Seite wiederum kann ihre Erfahrungen von der Concorde einbringen, dem bislang einzigen kommerziellen Überschalljet, der zweifache Schallgeschwindigkeit flog.

Zugleich wäre die Kooperation ein Bruch der japanischen Tradition, fast ausschließlich mit US-Unternehmen zusammenzuarbeiten. "Mit den Europäern in diesem Bereich zu forschen, ist etwas neues", erklärte der japanische Projektleiter Yoshio Watanabe.

Die von Air France and British Airways gemeinsam betriebene Concorde hatte 1969 ihren Jungfernflug. Nach dem Absturz einer Maschine in Frankreich, bei dem im Juli 2000 113 Menschen ums Leben kamen, wurden die übrigen Flugzeuge im Oktober 2003 aus dem Verkehr gezogen.



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