Überweisungspanne KfW will Ex-Managern Schadensersatz abknöpfen

Zwei Ex-KfW-Vorständen droht Ärger: Laut einem Bericht prüft der Verwaltungsrat der Bank Schadensersatzklagen in Millionenhöhe. Er macht die Männer dafür verantwortlich, 320 Millionen Euro an Lehman Brothers überwiesen zu haben - nach der Pleite des Instituts. Die Manager weisen den Vorwurf zurück.


München - Zwei frühere Vorstände der KfW müssen mit Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe rechnen. Der Verwaltungsrat, das Aufsichtsgremium der Staatsbank, habe am Donnerstag den Weg für Schadensersatzklagen freigemacht, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" aus Gremiumskreisen.

"Wir wollen Geld von den beiden Ex-Vorständen eintreiben", zitiert die Zeitung ein Mitglied des Aufsichtsgremiums. Darin sei man sich im Verwaltungsrat einig. Der Schaden solle in voller Höhe geltend gemacht werden, auch wenn man wisse, dass bei den beiden früheren KfW-Managern nicht so viel zu holen sei.

Der Verwaltungsrat habe seinen Vorsitzenden, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ermächtigt, gegen die beiden früheren Vorstände vorzugehen.

Die KfW hatte im September 2008 nach der Pleite des US-Instituts Lehman Brothers noch 320 Millionen Euro an die amerikanische Investmentbank überwiesen. Das viele Geld ist vermutlich verloren. Die beiden früheren Manager sollen dafür haften, sie wurden wegen der Panne bereits fristlos entlassen.

Die beiden Männer gehen ihrerseits gegen die KfW vor - sie wehren sich bei Gericht gegen die fristlosen Kündigungen und weisen alle Vorwürfe wegen der Überweisungspanne zurück.

ssu/dpa-AFX



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