Bedrohung durch Russland Ukrainische Airline bringt Flugzeuge außer Landes

Immer mehr Fluggesellschaften kappen Verbindungen in die Ukraine. Jetzt schafft auch die führende ukrainische Airline Maschinen aus dem Land – wegen Problemen mit der Versicherung.
Eine Boeing 737 der Ukraine International Airlines: Keine Versicherung über der Ukraine

Eine Boeing 737 der Ukraine International Airlines: Keine Versicherung über der Ukraine

Foto: JAN SEBA/ REUTERS

Die führende ukrainische Fluggesellschaft hat angesichts der Bedrohung durch Russland einige Flugzeuge außer Landes gebracht. Die Ukraine International Airlines (UIA) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass ihre Versicherung den Versicherungsschutz für Flüge im ukrainischen Luftraum eingestellt habe. Die Vereinigten Staaten hatten zuletzt vor einem möglicherweise unmittelbar bevorstehenden Kriegsbeginn gewarnt.

Fünf Flugzeuge seien nach Spanien ausgeflogen worden. Zwei weitere Flieger würden zur »planmäßigen technischen Wartung« nach Belgrad in Serbien gebracht. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 25 Flugzeuge.

Mehrere Airlines schränken Luftverkehr ein

Erst am Sonntag hatte die Regierung in Kiew umgerechnet über 500 Millionen Euro für Luftfahrtgarantien bereitgestellt. Mehrere Airlines hatten angekündigt, nur noch eingeschränkt in das Land oder über den ukrainischen Luftraum fliegen zu wollen.

Die niederländische KLM etwa setzt die Flüge in das Land aus. Auch Norwegian Airlines bestätigte, als Ergebnis einer umfassenden Sicherheitsbewertung den ukrainischen Luftraum zu meiden, etwa auf Strecken ins türkische Antalya.

Außerdem wurde ein Flugzeug daran gehindert, in der Ukraine zu landen: Wegen eines Versicherungsstopps musste eine Maschine des ukrainischen Billigfliegers SkyUp außerplanmäßig im Nachbarland Moldau landen. Die Passagiere wurden später mit Bussen nach Kiew gebracht.

Ohne Versicherung keine Flüge

Die Lufthansa fliegt hingegen vorerst weiter in die Ukraine. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte ein Sprecher, dass man über einen entsprechenden Versicherungsschutz verfüge. Er sagte: »Wenn es keine Versicherung gäbe, flögen wir auch nicht.«

Seit Wochen warnen vor allem die USA unter Hinweis auf eine erhöhte russische Truppenpräsenz unweit der Grenzen zur Ukraine vor einem möglicherweise bevorstehenden russischen Einmarsch in die Ukraine. Der Kreml weist die Vorwürfe regelmäßig zurück. Auch Kiew sieht aktuell keine konkreten Angriffsvorbereitungen.

jlk/dpa
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