»Ukraine Support Tracker« Geberländer immer zurückhaltender mit Hilfszusagen

Die Ukraine erhält aus dem Westen kaum noch neue Hilfszusagen. Vor allem die großen EU-Länder wie Deutschland, Frankreich oder Italien haben im Juli keine nennenswerten Militär- oder Finanzhilfen angekündigt.
Panzerhaubitze der Bundeswehr: »Deutlich unter dem Bedarf der Ukraine«

Panzerhaubitze der Bundeswehr: »Deutlich unter dem Bedarf der Ukraine«

Foto: Thomas Imo / photothek / IMAGO

Zwischen Juli und August haben die Geberländer der Ukraine lediglich rund 1,5 Milliarden Euro für Militär- und Finanzhilfen zugesagt. Das ist ein Bruchteil dessen, was etwa im April oder Mai zugesagt wurde, schreibt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in seinem aktuellen »Ukraine Support Tracker« .

Den größten Teil (eine Milliarde Euro) der zugesagten Gelder steuere zudem lediglich ein Land bei, nämlich Norwegen. Insgesamt seien Unterstützungszusagen von 84,2 Milliarden Euro erfasst.

Kaum neue Waffen

»Im Juli haben die Geberländer vor allem Zugesagtes geliefert und wenig Initiativen für neue Hilfen angestoßen«, sagt Christoph Trebesch, Forschungszentrumsdirektor am IfW Kiel und Leiter des Teams, das den Ukraine Support Tracker erstellt. So hat Deutschland im Juni und Juli kaum neue Waffen zugesagt, jedoch einige bereits zugesagte Waffensysteme geliefert. »Noch immer liegt die finanzielle wie militärische Unterstützung deutlich unter dem Bedarf der Ukraine. Sie bleibt auch klein im Verhältnis zu dem, was die Geber zum Teil in ihren eigenen Ländern zur Krisenabwehr mobilisieren«, sagt Trebesch.

Von Umfang und Konstanz her zeigen sich die USA, die EU-Kommission und Großbritannien als verlässlichste Unterstützer der Ukraine. Die Amerikaner haben vor allem im März und Mai große Pakete beschlossen, die seitdem in Tranchen abgerufen werden. Die Briten sind im Länderranking hinter den USA auf Platz zwei und haben mittlerweile doppelt so hohe Hilfen zugesagt wie Deutschland, das mit Kanada und Polen etwa gleichauf liegt. Bemerkenswert ist die Konstanz der Hilfen aus angelsächsischen Ländern.

»Die EU-Kommission setzt sich regelmäßig für größere Hilfspakete an die Ukraine ein. In der Umsetzung kommt es aber auf Ebene der Mitgliedsländer immer wieder zu Verzögerungen. Für ein Land in einer Kriegssituation sind jedoch neben dem Umfang vor allem Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit der Hilfe entscheidend«, sagt Trebesch. Bedeutende EU-Länder wie Frankreich, Spanien und Italien leisten bislang wenig Unterstützung oder bleiben intransparent, was ihre Hilfen angeht.

mik
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.