Kriegsfolgen Bauern warnen vor neuerlichem Preisschub bei Lebensmitteln

Die wirtschaftlichen Verwerfungen im Zuge des Ukrainekriegs bekommen jetzt auch die Bauern zu spüren. Neben den hohen Preisen für Diesel macht ihnen besonders der Mangel an Dünger Sorgen.
Anbau von Winterweizen: Engpässe in Nordafrika und Nahost

Anbau von Winterweizen: Engpässe in Nordafrika und Nahost

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Martin Wagner / IMAGO

Der Krieg in der Ukraine wird nach Ansicht des Bauernverbands die Ausgaben für Lebensmittel weiter in die Höhe treiben. »Wir gehen davon aus, dass dieser Krieg die Preise noch weiter steigen lässt«, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, der »Augsburger Allgemeinen«. Bei Düngemitteln etwa komme es zu ersten Versorgungsengpässen, die Preise seien sehr hoch und werden wohl noch weiter steigen. Der Tageszeitung »Die Welt« sagte Rukwied, die Lebensmittelversorgung in Deutschland sei derzeit sicher. Die Gefahr, dass mangels Verfügbarkeit beim Dünger die Erntemengen zurückgehen, sei aber groß.

Vor dem Treffen der G7-Agrarminister an diesem Freitag warnte Rukwied vor kriegsbedingten Versorgungsengpässen. Ein möglicher Ausfall ukrainischer Getreidelieferungen werde andere Regionen stärker treffen als Europa. »Die Getreideversorgung ist aufgrund einer hohen Eigenerzeugung gesichert«, sagte Rukwied. Es werde aber Engpässe in Nordafrika und Nahost geben. Die EU müsse hier mit verstärkten Exporten Hilfe leisten.

Die Ukraine ist ein wichtiger Erzeuger von Weizen in Europa, in der EU werden in einzelnen Ländern aber ebenfalls große Mengen Weizen geerntet. Doch die Produktion in der Ukraine kann die Preise weltweit beeinflussen. Frankreich etwa erzeugte 2020 nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) deutlich mehr Weizen als die Ukraine, Deutschland fast genauso viel wie das osteuropäische Land.

mik/dpa
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