Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine Bosch fährt Russlandgeschäft stark zurück

Bosch ist nach Vorwürfen, Komponenten für das russische Militär geliefert zu haben, unter Druck geraten. Nun hat der Technologiekonzern sein Russlandgeschäft nach eigenen Angaben fast eingefroren.
Bosch-Niederlassung: Ersatzteile nicht mehr für den russischen Markt

Bosch-Niederlassung: Ersatzteile nicht mehr für den russischen Markt

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Angesichts des Krieges gegen die Ukraine hat der Autozulieferer Bosch sein Russlandgeschäft massiv eingeschränkt. Das betreffe sowohl Lieferungen in das Land als auch die dortige Fertigung, teilte der Technologiekonzern mit. Der Handel mit Ersatzteilen sei bereits zum Erliegen gekommen.

Der Konzern liefere auch keine Lastwagenkomponenten mehr in Russland und an russische Kunden. Nachdem es Hinweise gegeben habe, dass Bosch-Teile missbräuchlich »in nicht zivilen Anwendungen« verbaut worden seien, laufe eine Überprüfung.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat nach SPIEGEL-Informationen Ermittlungen gegen den Elektronikkonzern auf den Weg gebracht. Es soll geklärt werden, ob das Unternehmen gegen ein Exportverbot für Güter verstieß, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereitet das Verfahren vor. Im Raum stehe ein Verstoß gegen EU-Sanktionen, die seit Russlands Annexion der Krim 2014 die Ausfuhr sogenannter Dual-Use-Güter nur unter Auflagen zulassen.

Bosch hatte die Vorwürfe zu Wochenbeginn zurückgewiesen. Die genannte Komponente sei nicht von Bosch an den Hersteller geliefert worden, auch wenn es sich dabei um ein Teil aus der eigenen Produktion handele, hatte es geheißen. »Selbstverständlich halten wir uns an alle bisherigen und künftigen rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben – dazu gehören auch Sanktionen«, hieß es nun in der Mitteilung.

Bosch fertigt neben Bauteilen für die Autoindustrie auch Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge sowie Industrie- und Gebäudetechnik. Laut Geschäftsbericht 2020 führen die Schwaben mehrere Standorte in Russland, unter anderem in St. Petersburg und Moskau.

mik/dpa-AFX