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Neue Bündnisse Konzerne aus Russland und China besiegeln Kooperation

Während der Westen Russland sanktioniert, hat China seinen Handel mit dem Nachbarland drastisch ausgeweitet. Viele Konzerne wollen die Beziehungen nun noch weiter ausbauen – doch in Moskau gibt es auch kritische Stimmen.
Präsidenten Putin und Xi, hier: Beim Seidenstraßengipfel Mitte Oktober in Peking

Präsidenten Putin und Xi, hier: Beim Seidenstraßengipfel Mitte Oktober in Peking

Foto: Suo Takekuma / POOL / EPA

China und Russland vertiefen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bei einer regionalen Konferenz im Nordosten Chinas wurden am Montag eine Reihe von Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

Die Branchen reichten von der Industrie und Logistik bis hin zum elektronischen Handel und der Landwirtschaft. An der Konferenz in Shenyang, der Hauptstadt der Provinz Liaoning, nahmen Vertreter der russischen Wirtschaft und Politik teil sowie fast 800 chinesische Unternehmen, die auf dem russischen Markt Fuß fassen wollen.

Von Januar bis September haben sich umgekehrt 40 russische Firmen in Liaoning niedergelassen, wie der chinesische Rundfunk berichtete. Die Lieferungen von Liaoning nach Russland stiegen in diesem Zeitraum um 82,3 Prozent auf 42,64 Milliarden Yuan (5,5 Milliarden Euro).

China baut auch nach dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in der Ukraine im vergangenen Jahr seine Zusammenarbeit mit dem Nachbarn aus. Dabei hat der Nordosten des Landes – bestehend aus den Provinzen Liaoning, Heilongjiang und Jilin – als Gebiet für den bilateralen Handel eine neue strategische Bedeutung gewonnen.

Wettbewerb mit harten Bandagen

Chinas Präsident Xi Jinping hat vergangene Woche Vertreter aus mehr als 130 Ländern zum zehnjährigen Bestehen des chinesischen Handelsprojekts der »Neuen Seidenstraße« begrüßt. Damit soll die Infrastruktur über Kontinente hinweg verbessert werden – Kritikern zufolge zu Bedingungen, die den Einfluss der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft noch erweitern.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs, überwiegend aus Schwellenländern, nahmen teil, darunter Russlands Präsident Wladimir Putin.

In Russland werden die Ergebnisse der Annäherung an China allerdings durchaus zwiespältig gesehen. So sagte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin jüngst bei einem Wirtschaftsforum, die westlichen Sanktionen hätten Russland dazu gezwungen, statt im Westen in Asien Technologien einzukaufen.

Dabei gebe es aber Schwierigkeiten. »Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die östlichen Märkte noch umkämpfter sind. Auch dort herrscht ein ernst zu nehmender Krieg gegen uns, ein Wirtschaftskrieg«, so Sobjanin. Auf dem asiatischen Markt habe »auch niemand vor, uns Technologie zu schenken«.

dpa/Reuters