Ukraine-Konflikt Krise hat harte Folge für die deutsche Wirtschaft

Eine Eskalation der Krise in der Ukraine würde die deutsche Wirtschaft besonders hart treffen. Nach Informationen des manager magazins rechnet das Kieler Institut für Weltwirtschaft damit, dass sich das Wachstum hierzulande in diesem Fall halbiert.

Ukrainische Soldaten: Eskalation könnte deutsches Wachstum halbieren
DPA

Ukrainische Soldaten: Eskalation könnte deutsches Wachstum halbieren

Von den manager-magazin-Autoren Dietmar Palan und Ulric Papendick


Die Folgen einer eskalierenden Krise in der Ukraine könnten die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als bisher vermutet. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

Demnach würde bereits ein vergleichsweise moderater Rückgang der Exporte, kombiniert mit einer krisenbedingten Verteuerung des Ölpreises, ausreichen, um das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr zu halbieren. Das berichtet das aktuelle manager magazin.

Die IfW-Experten gingen für ihre Analyse von folgenden Annahmen aus: Die deutschen Exporte nach Russland sinken durch die Krim-Krise um zehn Prozent. Auch die Ausfuhren nach Brasilien und Indien gehen in Folge der Währungsturbulenzen um jeweils fünf Prozent zurück. Der chinesische Renminbi wird um fünf Prozent abgewertet, um die chinesischen Exporte zu stützen. Und der Ölpreis verteuert sich durch die Reduzierung der russischen Energielieferungen um 20 Dollar pro Barrel.

Diese Krisenfolgen würden das Wachstum des deutschen BIP im Jahr 2014 von bisher erwarteten 1,9 Prozent auf nur noch ein Prozent abwürgen. Das Wachstum der gesamten deutschen Exporte würde sich von 7,2 Prozent auf 3,6 Prozent halbieren. Und die Zahl der Arbeitslosen würde sogar wieder die Drei-Millionen-Grenze überschreiten, bisher waren für 2014 2,9 Millionen vorhergesagt.



insgesamt 54 Beiträge
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kahabe 21.04.2014
1. Das wäre doch gut!
Keine Lohnerhöhungen. Kein Mindestlohn. Kein ausgeglichener Bundeshaushalt. Steigende Sozialversicherungsbeiträge. Und was weiß ich noch. Ach ja, steigende Unternehmsgewinne.
knut.boetticher 21.04.2014
2. Wirtschsftliche Auswirkungen
Wer hat denn nun Recht? Unsere weltgewandten und superschlauen Politiker der GROKO erklären uns seit Monaten, dass diese Ereignisse uns in Deutschland so gut wie nicht tangieren. Und jetzt das. Wer bitte schön sagt hier bewußt die Unwahrheit?!
farfun 21.04.2014
3. Klar: Erst einen auf dicke Hose machen,
sich mit dem großen amerikanischen Bruder und den europäischen schwestern und Brüdern in lange nicht mehr gekannter Einigkeit unterhaken, die neu-demokratischen ukrainischen Freunde mit lots of Euros erfreuen ... - und dann kleinlaut den volkswirtschaftlichen Scherbenhaufen besichtigen. Hervorragende Politik! Und es ging Deutschland noch nie so gut! Schlafen wir Bürger also einfach weiter, oder?
raumbefeuchter 21.04.2014
4. Kaputtmacher am Werk
Eine Wirtschaft kaputt zu machen ist sehr einfach. Unsere Entscheidungsträger scheinen wegen der Nibeluingentreue mit dem falschen Freund von der Übersee genau das erreichen zu wollen. Währenddessen wechselt Gazprom von Dollar zu Yuan. Ebenso wird Putin nächsten Monat einen Gasvertrag mit China unterschreiben. Laufzeit : 30 Jahre. Die geostrategisch wichtige Eastern Siberia-Pacific Ocean (ESPO-2) machsts möglich. Eins is sicher, Russland lässt sich nicht von Amateuren erpressen. https://blog.fefe.de/?ts=adaa3017 http://routemag.com/2013/01/27/geopolitical-and-economic-impact-of-espo-2-pipeline/ Es ist traurig zuzusehen wie die zahlreichen Möglichkeiten verspielt werden. Unsere Elien spielen in dem weltweiten Machtpoker in den unteren Ligen, und das trotz gegenteiliger Bekundugen
kumi-ori 21.04.2014
5. Ich kann diese Wichtigtuerei nicht mehr hören.
Wirtschafts-Institute schießen wie Pilze aus dem Boden und müssen ständig und zu allem ihren Senf dazugeben. Warum können sich nicht mal alle Wirtschatsforscher in der Wirtschaft treffen und da am Stammtisch sich gegenseitig bespaßen?
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