Energieversorgung Russische Öllieferungen durch die Ukraine eingestellt

Bereits seit vergangenem Donnerstag fließt laut der russischen Staatsfirma Transneft kein Erdöl mehr durch die Ukraine nach Europa. Betroffen sind Ungarn, die Slowakei und Tschechien – aber nicht Deutschland.
Raffinerie in Schwedt: Noch kommt Öl aus Russland an

Raffinerie in Schwedt: Noch kommt Öl aus Russland an

Foto: Jochen Eckel / IMAGO

Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge das Weiterleiten von russischem Öl in den Südosten Europas über die Druschba-Pipeline eingestellt – und das schon seit dem 4. August. Der Grund sei, dass die Ukraine wegen der westlichen Sanktionen die Transitgebühren aus Moskau nicht habe erhalten können, teilt der russische Pipeline-Monopolist Transneft mit.

»Im Moment ist der Transit von Öl durch die Druschba-Pipeline durch das Gebiet der Slowakei gestoppt«, sagte das Unternehmen, das den slowakischen Abschnitt der Pipeline betreibt, der nach Westen in die Tschechische Republik führt, in einer E-Mail-Antwort auf Fragen von der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach hätte die ukrainische Ukrtransnafta die russischen Öllieferungen durch die Slowakei gestoppt, nachdem eine von der russischen Transneft geleistete Transitzahlung an das Unternehmen zurückgezahlt worden war.

Hintergrund ist offenbar ein Streit ums Geld. So leistete der Konzern die Zahlungen an den ukrainischen Pipeline-Betreiber Ukrtransnafta nach eigenen Angaben zwar am 22. Juli. Das Geld sei jedoch am 28. Juli zurückgekommen, weil die Zahlung nicht durchgegangen sei. Nach Angaben der Gazprombank, die die Zahlung abgewickelt habe, sei das Geld wegen EU-Beschränkungen zurückgegeben worden. Russland liefert normalerweise etwa 250.000 Barrel pro Tag über den südlichen Zweig der Druschba-Pipeline nach Ungarn, in die Slowakei und in die Tschechische Republik.

Deutschland ist von dem Lieferstopp aber nicht unmittelbar betroffen: Der nördliche Strang der Druschba-Pipeline, über den Polen und Deutschland versorgt werden, verläuft nicht durch die Ukraine, sondern durch Belarus. Diese Lieferungen würden »wie gewohnt« fortgesetzt, erklärte Transneft.

Die EU-Staaten hatten sich im April auf ein schrittweises Öl-Embargo gegen Russland verständigt. Ungarn, Tschechien und die Slowakei hatten jedoch unter Verweis auf ihre starke Abhängigkeit von russischen Lieferungen eine weitgehende Ausnahme der Lieferungen über die Druschba-Pipeline durchgesetzt.

ani/mic/Reuters/AFP
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