»Entscheidender Schritt« Fortschritte bei Beratungen zu Getreidekrise in Istanbul

Laut Uno-Generalsekretär Guterres sind Vertreter Russlands, der Ukraine, der Türkei und der Vereinten Nationen einer Lösung im Streit um Getreideexporte nähergekommen. Man benötige jedoch »viel guten Willen auf allen Seiten«.
Ein Landwirt überprüft seinen Weizen in Donezk im Juni 2022

Ein Landwirt überprüft seinen Weizen in Donezk im Juni 2022

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Efrem Lukatsky / AP

Im Streit um Getreideexporte aus der Ukraine ist bei einem Zusammentreffen von Vertretern der Ukraine, Russlands, der Türkei und der Vereinten Nationen in Istanbul ein Durchbruch erzielt worden. Militärdelegationen der drei Länder und Uno-Vertreter kamen in der Metropole am Bosporus zu einem anderthalbstündigen Treffen zusammen, wie aus Tweets des türkischen Verteidigungsministeriums hervorging.

Bei dem Treffen sei ein »entscheidender Schritt« in Richtung einer Lösung vorgenommen worden, sagte Uno Generalsekretär António Guterres vor Journalisten in New York. Kommende Woche werde bei einem erneuten Treffen »hoffentlich« eine endgültige Einigung erzielt, sagte Guterres weiter. Dazu brauche es noch viel guten Willen auf allen Seiten.

Laut dem türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar verständigten sich die Parteien in Istanbul bisher auf die Schaffung eines Koordinations-Zentrums, das den sicheren Getreidetransport gewährleisten soll. Außerdem wolle man gemeinsamen die Getreidebestände in den Häfen kontrollieren.

Optimismus im Vorfeld des Treffens

Im Vorfeld des Treffens in Istanbul hatte das russische Verteidigungsministerium verkündet, dass die Delegation aus Moskau »ein Paket von Vorschlägen zur schnellstmöglichen praktischen Lösung dieser Frage« vorbereite. Wie dieses Paket aussehen soll, ließ Armeesprecher Igor Konaschenkow allerdings offen.

Auch die ukrainische Seite hatte sich optimistisch geäußert. »Wir sind zwei Schritte von einem Abkommen mit Russland entfernt«, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba der spanischen Zeitung »El País« vor dem Treffen. Sein Land sei »bereit, Getreide auf dem internationalen Markt zu exportieren«.

Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die Ukraine beklagt, dass durch die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiert seien. Russland streitet ab, Weizenexporte zu verhindern. Beide Länder gehören zu den größten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt. Die Vereinten Nationen warnten zuletzt schon vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten.

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Die durch Istanbul verlaufende Meerenge, über die die Türkei die Hoheit hat, ist der einzige Seeweg vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer.

atb/dpa/Reuters
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