Steueraffäre Hoeneß soll sich mit T-Aktien verspekuliert haben

Hat sich Uli Hoeneß in der Schweiz verspekuliert? Laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" hat der Bayern-Präsident dort offenbar in großem Stil mit Aktien der Deutsche Telekom AG gehandelt - und dabei Verluste in Millionenhöhe erlitten.
Hoeneß beim Fußball-Bundesliga-Spiel am Samstag: Der Druck steigt

Hoeneß beim Fußball-Bundesliga-Spiel am Samstag: Der Druck steigt

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Hamburg/Berlin - Im Fall Uli Hoeneß kommen neue Details ans Licht. Wie die "Bild am Sonntag" ("BamS") unter Berufung auf Münchner Justizkreise berichtet, soll der FC-Bayern-Präsident in der Schweiz in großem Stil mit Aktien der Deutsche Telekom AG gehandelt haben. Der ehemalige Staatsbetrieb ist seit 2002 Hauptsponsor des Fußballclubs.

Hoeneß soll Verluste in Millionenhöhe erlitten haben, weil er nach dem Jahr 2001 über sein Konto bei der Schweizer Bank Vontobel auf einen Kursgewinn der T-Aktie spekulierte, heißt es in dem Bericht. Die Aktie hatte Mitte der neunziger Jahre eine Börseneuphorie in Deutschland ausgelöst, erreichte im März 2000 ein Allzeithoch von mehr als hundert Euro, stürzte dann aber ab.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat laut "BamS" allerdings keine Hinweise darauf, dass Hoeneß bei seinen Börsengeschäften Insider-Informationen nutzte. Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich betonte gegenüber der Zeitung: "Wir ermitteln ausschließlich wegen Steuerhinterziehung."

Der künftige Telekom-Vorstandschef, Timotheus Höttges, ist Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG, dessen Vorsitzender Uli Hoeneß ist. Vor kurzem verteidigte Höttges öffentlich die Entscheidung des Aufsichtsrats, Hoeneß trotz seiner Steueraffäre im Amt zu belassen.

Hoeneß gerät wegen seines Umgangs mit der Steueraffäre zunehmend unter Druck. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte den Bayern-Präsidenten zuletzt ausdrücklich kritisiert und gesagt, Hoeneß habe "mehr als großen Mist gebaut", deshalb könne er sich nicht über den Umgang der Medien mit ihm beklagen.

Hoeneß hat mittlerweile selber Strafanzeige gestellt: Er will die Verletzung des Steuergeheimnisses in seinem Fall verfolgt wissen.

bos
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