Konjunktur Umsatz im Einzelhandel sinkt trotz Mehrwertsteuersenkung

Die Senkung der Mehrwertsteuer entfaltet offensichtlich nicht die erhoffte Wirkung. Der Einzelhandel hat im Juli erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen.
Supermarkt in Köln: Ökonomen hatten mit Wachstum gerechnet

Supermarkt in Köln: Ökonomen hatten mit Wachstum gerechnet

Foto: Oliver Berg / dpa

Die Senkung der Mehrwertsteuer hat den deutschen Einzelhändlern im Juli keinen Umsatzschub verliehen. Sie nahmen 0,9 Prozent weniger ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Preisbereinigt (real) fiel der Rückgang mit 0,3 Prozent zwar etwas geringer aus. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier aber mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Am 1. Juli wurde die Mehrwertsteuer befristet bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkt, wovon sich die Regierung eine Belebung des Konsums erhofft. Viele Händler haben versprochen, die Senkung an die Kunden weiterzugeben.

In den ersten sieben Monaten des Jahres haben die Einzelhändler ihren Umsatz trotz der Coronakrise um 3,8 Prozent gesteigert. Allerdings ist das Gefälle innerhalb der einzelnen Branchen riesig. So brach das Geschäft mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren um 27,7 Prozent ein, während der Internet- und Versandhandel auf ein Wachstum von 20,6 Prozent kam.

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Der Handelsverband Deutschland (HDE) blickt pessimistisch nach vorn und warnt vor einer Pleitewelle. Diese könnte vor allem dann zur Realität werden, wenn eine zweite Welle von Corona-Infektionen zu einem erneuten Lockdown mit Geschäftsschließungen komme. Das hatte bereits im März und im April zu heftigen Umsatzeinbrüchen geführt.

mik/Reuters