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17. Juli 2009, 09:08 Uhr

Umstrittener Millionen-Bonus

HSH zahlte Halteprämie für Nonnenmacher

Ohne das Geld hätte er hingeschmissen: Die HSH Nordbank hat ihrem Vorstandschef sein umstrittenes Millionengehalt gewährt, um zu vermeiden, dass er die angeschlagene Landesbank verlässt. Ohne die Sonderzahlung hätte Nonnenmacher laut "Handelsblatt" vorzeitig gekündigt.

Berlin - Sie wollten ihn unbedingt halten: HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher hatte bereits im Mai seinen Arbeitsvertrag zum 31. Juli gekündigt. Nur mit der umstrittenen Sonderzahlung von 2,9 Millionen Euro konnten die Eigner der Landesbank ihn überzeugen weiterzumachen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kreise der Landesbank und der Politik.

HSH-Chef Nonnenmacher: Schon im Mai gekündigt
HSH Nordbank

HSH-Chef Nonnenmacher: Schon im Mai gekündigt

Danach soll der HSH-Chef vor seinem Amtsantritt im November mit dem damaligen Aufsichtsratschef Wolfgang Peiner ein Sonderkündigungsrecht zum 31. Juli 2009 ausgehandelt haben. Genau davon machte Nonnenmacher Gebrauch, ehe der Aufsichtsrat den Banker mit der Sonderzahlung von einem Verbleib in dem Institut überzeugen konnte.

Der erst seit Juli amtierende Aufsichtsratschef der HSH, der frühere Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende Hilmar Kopper, hatte die Sonderzahlung in den vergangenen Tagen damit begründet, dass Nonnenmacher in Personalunion für gleich drei Ressorts, die operative Führung, Finanzen und das Risikomanagement, verantwortlich sei. Kopper, Nonnenmacher und die Bank wollten sich am Donnerstag nicht äußern. Vertragskonditionen unterlägen der Vertraulichkeit, erklärte eine Sprecherin. Mehrheitseigentümer der HSH sind die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg.

Die erst am Wochenende bekanntgewordene Millionenzahlung hat ein politisches Beben ausgelöst. In Kiel streiten die Regierungsparteien offen über eine Fortführung ihrer Koalition. Die CDU strebt Neuwahlen an, über die der Landtag am Montag entscheidet. Am Donnerstag griffen Opposition und die mitregierende SPD Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) scharf an. SPD-Landeschef Ralf Stegner wirft Carstensen Unehrlichkeit vor. Der Ministerpräsident benutze den Streit über die Bonuszahlungen nur, um Neuwahlen zu erzwingen.

Aber auch in Berlin hatten die Sonderzahlung für Kritik gesorgt. "Da kann einem schon der Kragen platzen", hatte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) gesagt. Die HSH Nordbank ist durch die Finanzkrise stark unter Druck gekommen und hat 2008 einen Verlust von 2,7 Milliarden Euro gemacht. Nur mit Garantien über rund 30 Milliarden Euro und einer Kapitalspritze von drei Milliarden Euro von Hamburg und Schleswig-Holstein konnte sie am Leben gehalten werden.

sam

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